17.09.2019, 10:15 Uhr | von | Arbeitnehmer

In Österreich gibt es immer weniger Gerichtsdolmetscher. Der Verband der Gerichtsdolmetscher fordert daher im Rahmen eines Aktionstages mehr Lohn, um auf den Missstand aufmerksam zu machen.

Gerichtsdolmetscher fordern bessere Bezahlung und Arbeitsbedingungen
Bild: pixabay.com / AJEL

Der Verband der Gerichtsdolmetscher beklagt, dass sich immer weniger Dolmetscher für die Tätigkeiten bei Gericht interessieren. Grund dafür sei unter anderem die niedrige Entlohnung der gerichtlich beeideten Dolmetscher. „Wir verdienen derzeit 25 Euro die Stunde vor Steuern und Abgaben. Das ist schlicht und ergreifend zu wenig“, berichtet Heidelinde Holz gegenüber dem ORF Tirol. Die Tarife am freien Markt seien um das Fünffache höher.

Die derzeitige Situation sei auch für die Justiz problematisch. In Tirol etwa gibt es heute nur noch 62 gerichtlich beeidete Dolmetscher für alle Sprachen und deren Durchschnittsalter liegt bei über 60 Jahren. In den letzten 15 Jahren hat sich die Zahl der Gerichtsdolmetscher halbiert. „Wegen der unzureichenden Sprachkenntnisse kommt es oft zu Übersetzungsfehlern beim Verfahren“, erklärt Heidelinde Holz gegenüber dem ORF. Der Worst-Case wäre, dass „Verfahren sogar wiederholt werden“ müssen.

Am Dienstag wird daher ein Aktionstag veranstaltet, bei dem der Verband der österreichischen Gerichtsdolmetscher auf diese Missstände aufmerksam machen und mehr Lohn fordern möchte. Die Tätigkeiten bei Gericht sollen dadurch auch für junge Dolmetscher attraktiver werden. Daher werden am Dienstag alle Übersetzungstätigkeiten bei Behörden oder bei Gericht ausgesetzt.

Mario Schantl
Email: ms@finanz.at
Redakteur, Ressort-Leiter Immobilien
Experte für Immobilien und Finanzierung
Redaktion | Kontakt | Steiermark
Mario Schantl ist Experte für Finanzierungen und Immobilien und berichtet als Redakteur auf Finanz.at über Nachrichten und Sachverhalte.

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