10.10.2019, 12:01 Uhr | von | Finanzen

Wenn ein Schicksalsschlag, eine Krankheit oder das Alter jemanden handelsunfähig macht, stellt sich für die viele die Frage, wer und vor allem wie sich um das eigene Geld kümmert.

Geldentscheidungen bei Unfall, Krankheit oder Tod
Bild: pixabay.com / truthseeker08

Oftmals ist es der Fall, dass Menschen durch eine Krankheit, einen Unfall, einen Schicksalsschlag oder aber auch durch das einfache Altern nicht mehr in der Lage dazu sind, ihr eigenes Geld zu verwalten. Hier stellt sich für viele Österreicherinnen und Österreicher die Frage, wer sich in einem solchen Falle für einen selbst um die finanziellen Belange kümmern kann und vor allem wie.

Hier sind Vermögensverzeichnisse und Vollmachten Instrumente, die den Hinterbliebenen oder dem Partner und der Familie enorm helfen können.

In Österreich wird nicht so gerne über Geld geredet. Daher ist es oftmals der Fall, dass Partner, Ehepartner und Familie im Falle einer Krankheit oder des Todes eines Menschen über dessen finanzielle Situation nicht Bescheid wissen. Man weiß nicht, welche Versicherungen vorhanden sind und/oder welche Rechnungen vom Konto abgezogen werden. Aber es ist auch oft der Fall, dass der oder die (Ehe-)PartnerIn gar keinen Zugriff auf das Konto bzw. Depot hat. Auf Grund des Bankgeheimnisses sind die Hände einer Bank jedoch auch in solchen Fällen gebunden. Im Grunde darf ein Bankangestellter einem Angehörigen nicht einmal Auskunft darüber geben, ob etwa die Miete von dem Konto des Betroffenen abgebucht wird.

Einer solchen Situation vorbeugen

Um es gar nicht erst zu einer solchen Situation kommen zu lassen, ist es ratsam, eine Vertrauensperson, wie etwa ein Kind oder Enkelkind oder den Partner rechtzeitig zu informieren. Es steht hierbei an erster Stelle, dass man seine/n PartnerIn absichert. Außerdem kann man so für sich selbst klären, wer sich in finanziellen Angelegenheiten im Fall der Fälle kümmern kann oder wird. Dies ist nicht nur für alleinstehende und ältere Personen und Singles der Fall, sondern für jeden.

Kurzfristiger Ausfall, Dauerhafter Ausfall, Todesfall

Gerade in solchen Fällen ist es wichtig, als Betroffener vorab Regelungen und Abmachung zu treffen. Vor allem bei kürzeren und aber auch längeren Ausfällen, beispielsweise durch einen Unfall ist es wichtig, dass bestimme Personen über die finanziellen Umstände Bescheid wissen. Viele Menschen bezahlen gewisse Rechnungen immer noch per Zahlschein. Um hier nicht noch einer Mehrbelastung durch Zahlungsverzüge und Mahngebühren beizutragen, benötigt es eine Bezugsperson, die für die Dauer des Ausfalles die Zahlungen für die betroffene Person tätigen kann.

Vermögensverzeichnis und Vorsorgevollmacht

Eine gute Lösung ist in jedem Fall ein sogenanntes Vermögensverzeichnis. Hierbei reicht ein einfacher Zettel, auf dem niedergeschrieben wird, welche Versicherungen es gibt, bei welchen Banken Konten und welche sonstigen Vermögenswerte und Depots vorhanden sind. Dies ist der erste Schritt in Sachen Vorsorge. In weiterer Folge sollte man sich dann überlegen, ob jemand anderer für den Fall der Fälle etwa Miteigentümer des Kontos oder zeichnungsberechtigt sein. Eine Zeichnungsberechtigung gilt jedoch nur so lange, solange der Kontoinhaber auch lebt. Mit dem Tod des Betroffenen erlischt die Zeichnungsberechtigung einer Vertrauensperson. Dies gilt es zu beachten. Ein Konto-Miteigentümer bleibt jedoch auch nach dem Tod des Inhabers handlungsfähig.

Bei Vorsorgevollmachten ist zu beachten, dass handgeschrieben Dokumente nicht gelten. Diese muss von einem Erwachsenenschutzverein, einem Notar oder Anwalt errichtet werden. Den Wirkungsbereich kann man jedoch sehr individuell gestalten und festlegen. So können mit einer Vorsorgevollmacht nicht nur finanzielle Themen, sondern auch beispielsweise medizinische Entscheidungen getroffen werden.

aktualisiert: 10.10.2019, 12:02 Uhr
Richard Baidinger
Email: rb@finanz.at
Redakteur, Ressort Wirtschaft und Finanzen
Experte für Wirtschaft und Finanzen
Redaktion | Kontakt | Wien
Richard Baidinger ist Experte und Redakteur für Bank- und Finanzwirtschaft aus Wien.

Schlagwörter:

VorsorgeVollmachtVermögensverzeichnisBankgeheimnisVertrauensperson

Melden Sie sich zum kostenlosen Newsletter an und erhalten Sie immer aktuelle Infos und News sofort per Email.
Mehr Schlagzeilen

Alle Informationen zu den Richtlinien finden Sie hier. Kontaktieren Sie uns für Ihr Feedback!