15.05.2020, 13:30 Uhr | von | Wirtschaft
Fixkostenzuschuss bei Umsatzausfall bereits ab 20. Mai möglich
Bildquelle: Bundesministerium für Finanzen (BMF) | Finanzminister Gernot Blümel in Brüssel

Das Finanzministerium ermöglicht Antrag und Auszahlung von Fixkostenzuschuss für betroffene Unternehmen in der Corona-Krise bereits ab Mai 2020. Die Auszahlung erfolgt in drei Etappen, die Höhe des Zuschuss wird gestaffelt.

Das Finanzministerium hat bekanntgegeben, dass der Fixkostenzuschuss als Hilfe für von der Corona-Krise besonders betroffene Unternehmen bereits heuer ausbezahlt werden kann. Damit soll vor allem geschädigten Betrieben, etwa in Gastronomie und Tourismus, schneller geholfen werden.

"Die erste Auszahlung erfolgt innerhalb von 10 Tagen und bei der ersten Auszahlung kann bis zu einem Drittel der gesamten Kosten bereits fließen", so Finanzminister Blümel.

Betroffen sind dabei vor allem Fixkosten und verderblich gewordene Waren der heimischen Betriebe. Ab 20. Mai soll die Beantragung beim Finanzministerium möglich sein.

75 Prozent Zuschuss bei 80 Prozent Umsatzausfall

Unternehmen, die während der Corona-Krise Umsatzeinbußen oder sogar einen Totalausfall des Umsatzes erlitten haben, können bereits im Mai einen Fixkostenzuschuss beantragen. Je höher der Schaden am Umsatz, desto höher auch die Zuschüsse.

Dabei wird der Fixkostenzuschuss pro Unternehmen gestaffelt nach der Höhe des Umsatzentfalls berechnet.

Staffelung:

  • Bei einem Umsatzausfall von 40 bis 60 Prozent erhalten Unternehmen 25 Prozent der Fixkosten erstattet.
  • Bei einem Umsatzausfall von 60 bis 80 Prozent erhalten Unternehmen 50 Prozent der Fixkosten erstattet.
  • Bei einem Umsatzausfall von 80 Prozent oder mehr erhalten Unternehmen 75 Prozent der Fixkosten erstattet. Maximal erhalten betroffene Unternehmen jedoch 90 Millionen Euro.

Dabei wird jedoch ein Mindestbetrag von 2.000 Euro schlagend, der erreicht werden muss, um überhaupt einen Zuschuss erhalten zu können.

Beispiel-Rechnung:

Ein Unternehmen, das monatliche Fixkosten von 10.000 Euro aufweist und einen Umsatzausfall von 50 Prozent erlitten hat, bekommt damit als Entschädigung 2.500 Euro Zuschuss.

Unternehmen, die Fixkosten von 5.000 Euro monatlich und einen Umsatzentgang von 50 Prozent aufweisen, würden jedoch nur 1.250 Euro erhalten und liegen damit unter der Mindestgrenze von 2.000 Euro. Das bedeutet, dass sie keinen Fixkostenzuschuss beanspruchen können.

Kritik seitens Opposition

Die Sozialdemokraten kritisieren diese Untergrenze. Man würde dabei vor allem Kleinst- und Einzelunternehmen nicht unterstützen, da diese mehrheitlich unter der Grenze von 2.000 Euro liegen würden. Damit sei der Fixkostenzuschuss aufgrund der Corona-Krise lediglich für große Unternehmen gedacht, so die SPÖ.

Auszahlung in mehreren Etappen

Der Fixkostenzuschuss wird in drei Etappen ausbezahlt werden. Die erste Etappe erfolgt am 20. Mai, weitere Etappen sind für August und November 2020 geplant.

Der Zuschuss kann als Hilfe ab 20. Mai 2020 via FinanzOnline beantragt werden.

aktualisiert: 18.05.2020, 08:20 Uhr
Daniel Herndler
Email: dh@finanz.at
Chef-Redakteur, Ressort-Leiter Steuern und Finanzen
Experte für Finanzen, Steuern, Wirtschaft, Arbeitnehmer
Redaktion | Kontakt | Twitter: @DanielHerndler | Salzburg
Daniel Herndler ist Wirtschaftsjournalist, Herausgeber und Chef-Redakteur des Nachrichtenportals Finanz.at. Seine Schwerpunkte liegen in den Bereichen Steuern, Finanzen und Wirtschaft.

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