17.12.2019, 10:00 Uhr | von | Steuern

Ab Januar 2020 kann der Familienbonus erstmals rückwirkend für das Jahr 2019 beantragt werden. Laut Umfrage von Finanz.at empfindet mehr als die Hälfte der Österreich den Familienbonus als gerecht.

Mehrheit der Österreich findet Familienbonus Plus gerecht
Bildquelle: Finanz.at / pixabay.com (Montage)

Ab Januar 2020 kann der Familienbonus Plus in Österreich rückwirkend für das Kalenderjahr 2019 beantragt werden, sofern er nicht über die Lohnverrechnung bereits beansprucht wurde. Familien können damit pro Kind bis zu 1.500 Euro an Steuerersparnis erhalten.

In einer exklusiven Umfrage hat Finanz.at erhoben, wie der Familienbonus von der Bevölkerung aufgenommen wird.

54,7 Prozent empfinden Familienbonus als gerecht

Laut Umfrage von Finanz.at finden 54,7 Prozent der Befragten Österreicher, der Familienbonus Plus sei gerecht. Schon direkt nach der Einführung durch die ehemalige ÖVP-FPÖ-Bundesregierung wurde über die Gerechtigkeit diskutiert. Die Opposition kritisierte damals, der Absetzbetrag würde Geringverdiener und Alleinerzieherinnen benachteiligen.

Wenn sich auch die Mehrheit für den Familienbonus ausgesprochen hat, empfinden ihn dennoch immerhin 40 Prozent der Befragten als eher ungerecht.

Ist der Familienbonus Plus gerecht?

Ist der Familienbonus Plus gerecht?

Gleiche Höhe für alle

56,1 Prozent der Österreich finden, alle Familien sollten - unabhängig ihres Einkommens - denselben Betrag rückerstattet bekommen. Derzeit ist die Höhe des Absetzbetrags an das Einkommen gekoppelt. Wer mehr Lohn- und Einkommensteuer bezahlt, erhält mehr Geld zurück (bis zur maximalen Höhe von 1.500 Euro).

Immerhin 38,8 Prozent sind dagegen und finden, dass der Bonus auch weiterhin vom Einkommen abhängen soll.

Sollten alle Familien den Bonus in gleicher Höhe erhalten?

Sollten alle Familien den Bonus in gleicher Höhe erhalten?

Mit 49,3 Prozent fordert fast die Hälfte aller Befragte, der Familienbonus müsse mehr als 1.500 Euro im Jahr betragen.

Für 12 Prozent der Befragten fällt die Höhe von 1.500 Euro zu hoch aus. Sie finden, der Familienbonus müsse geringer ausfallen. 28 Prozent halten die derzeit festgelegte Höhe für ausreichend.

Wie viel sollte der Familienbonus pro Kind maximal betragen?

Wie viel sollte der Familienbonus pro Kind maximal betragen?

Antrag 2020 erstmals möglich

Der Familienbonus Plus wurde mit dem Jahressteuergesetz 2018 im Einkommensteuergesetz als neuer Absetzbetrag für Familien mit Kindern eingeführt. Er kann entweder im Rahmen der Lohnverrechnung direkt über den Arbeitgeber oder rückwirkend bei der Arbeitnehmer-bzw. Einkommensteuerveranlagung berücksichtigt werden.

Der Familienbonus soll etwa 950.000 Familien und 1.600.000 Kinder zu Gute kommen. Im Budget wurden dafür 1,5 Milliarden Euro vorgesehen.

Anzahl der Anträge noch nicht bekannt

Wie viele Personen in Österreich tatsächlich vom Familienbonus profitieren, ist derzeit noch ungewiss.

"Da es keine unterjährige Übermittlungspflicht der Lohnzetteldaten durch Unternehmen an die Finanzverwaltung gibt, sondern diese erst immer im Nachhinein übermittelt werden, kann frühestens nach Ablauf des ersten Quartals 2020 rückwirkend festgestellt werden, wie viele Personen den Familienbonus Plus in Anspruch genommen haben", erklärt Mag. Johannes Pasquali, Sprecher des Bundesministeriums für Finanzen (BMF) auf Anfrage von Finanz.at.

Wie hoch die Ansprüche also letztlich tatsächlich ausfallen werden, kann laut Finanzministerium noch nicht bestimmt werden.

"Hinsichtlich der Anzahl der Anspruchsberechtigten kann erst bei Vorliegen der Lohnzetteldaten bzw. der Daten aus der Steuererklärung/ Arbeitnehmerveranlagung eine genaue Aussage getroffen werden", so der Sprecher des Bundesministeriums für Finanzen.

Der Familienbonus gilt als Steuerabsetzbetrag, durch den Arbeitnehmer in Österreich eine Steuerentlastung von bis zu 1.500 Euro pro Kind und Jahr erhalten. Bei Kindern über 18 Jahre reduziert sich der Betrag auf 500 Euro pro Jahr und Kind.

Der Absetzbetrag kann beantragt werden, wenn aktiv oder im betroffenen Jahr für mindestens sechs Monate Familienbeihilfe bezogen wurde. Der Antrag wird beim Finanzamt direkt mit dem Formular E30 gestellt eingebracht.

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Daniel Herndler
Email: dh@finanz.at
Chef-Redakteur, Ressort-Leiter Steuern und Finanzen
Experte für Steuern, Finanzen, Wirtschaft und Börse
Redaktion | Kontakt | Twitter: @DanielHerndler | Salzburg
Daniel Herndler ist Wirtschaftsjournalist, Herausgeber und Chef-Redakteur des Nachrichtenportals Finanz.at. Seine Schwerpunkte liegen in den Bereichen Steuern, Finanzen und Wirtschaft.

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