26.07.2019, 17:35 Uhr | von | Finanzen

Die Europäische Zentralbank hält an ihrer lockeren Geldpolitik fest, so Mario Draghi, Präsident der EZB nach der Sitzung der Notenbankchefs in Frankfurt. Dazu wurden neue Maßnahmen zur Stützung der Konjunktur präsentiert.

Sinkender Leitzins: EZB bleibt bei lockerer Geldpolitik
Bild: pixabay.com / Hans

Die europäische Wirtschaft leidet seit Monaten an den andauernden Handelskriegen zwischen den USA und China sowie den zurückgegangenen Inflationserwartungen. Ebenso seien zunehmende geopolitische Spannungen und die Gefahr eines harten Brexit durch den neuen britischen Premierminister Boris Johnson für die wirtschaftliche Situation in Europa verantwortlich.

Eine der Maßnahmen ist die Prüfung einer Anpassung des Leitzinses. Dieser soll weiter gesenkt werden. Zudem stellt EZB-Präsident Draghi ein Anleihenkaufprogramm in Aussicht. Davon sollen vor allem die Industrieländer profitieren. Im Juni 2019 lag die Teuerung der Verbraucherpreise in der Eurozone nur bei 1,3 Prozent, was deutlich hinter dem Ziel der Europäischen Zentralbank von von etwas unter zwei Prozent liegt. Draghi möchte daher weitere geldpolitische Anreize setzen, um den Markt anzukurbeln und die wirtschaftliche Lage zu entspannen.

Leitzins senken

Den Leitzins wird auch weiterhin bei 0,0 Prozent bleiben. Veränderungen soll es hingegen bei den Stafzinsen der EZB geben. Wenn etwa Banken ihr Geld bei der Zentralbank einlagern und horten, statt es an Unternehmen zu verleihen, ist aktuell ein Strafzins von 0,4 Prozent fällig. In Zukunft sollen Abstufungen im System helfen, dass die Banken noch weniger Geld einlagern und mehr an wirtschaftstreibende Unternehmen in der Eurozone verleihen. Auch die Negativzinsen sollen Geschäftsbanken dazu bewegen noch mehr Geld in Form von Krediten zu verleihen, um die Wirtschaft und Inflation anzukurbeln.

Diese Leitzinsen sollen laut EZB mindestens bis zur ersten Jahreshälfte 2020 bestehen bleiben. Dennoch stellte Präsident Draghi den Finanzmärkten mögliche Zinssenkungen bei der nächsten Ratssitzung im September 2019 in Aussicht.

Daniel Herndler
Email: dh@finanz.at
Chef-Redakteur, Ressort-Leiter Steuern und Finanzen
Experte für Steuern, Finanzen, Wirtschaft und Börse
Redaktion | Kontakt | Twitter: @DanielHerndler | Salzburg
Daniel Herndler ist Wirtschaftsjournalist, Herausgeber und Chef-Redakteur des Nachrichtenportals Finanz.at. Seine Schwerpunkte als Finanzexperte liegen in den Bereichen Steuern, Finanzen und Wirtschaft.

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EZBGeldpolitikLeitzinsZinsenEuropäische ZentralbankMario Draghi

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