09.10.2019, 11:30 Uhr | von | Finanzen

Die Europäische Union plant, laut designiertem Finanzkommissar Valdis Dombrovskis, strenge Regulierungen für Kryptowährungen. Auswirkungen auf die Finanzstabilität werden befürchtet.

EU-Finanzkommissar plant strenge Regulierung für Kryptowährungen
Bild: pixabay.com / pixel2013

Der designierte Finanzkommissar der Europäischen Union, Valdis Dombrovskis, fordert eine stärkere Regulierung von Kryptowährungen. Als Beipsiel nennt er etwa Facebooks Digitalwährung Libra. Dombrovskis befürchtet andernfalls Auswirkungen auf die Finanzstabilität in der EU. Während der Anhörung im EU-Parlament teilte er mit, dass bereits an etwaigen Regulierungen gearbeitet werde.

Durch Libra etwa würde das Risiko auf eine Beeinträchtigung der Stabilität und die Gefahr von Geldwäsche bestehen. Erst Ende September hat die österreichische Finanzmarktaufsicht bekanntgegeben, dass Anbieter und Händler von Kryptowährungen bis 10. Januar 2020 offiziell registriert werden müssen. Die neuen Regelungen werden in der 5. Geldwäsche-Richtlinie (RL (EU) 2018/843) festgeschrieben. In Österreich werden diese gesetzlichen Regeln im Rahmen des Finanzmarkt-Geldwäschegesetzes (FM-GwG) umgesetzt werden.

Die EU-Kommission soll von der Libra Association und den Partnerunternehmen bereits weitere Informationen angefordert haben.

Kritik schreckt Partner ab

Nach der immer lauter werdenden Kritik aus den USA und vor allem der Europäischen Union gerieten in den vergangen Wochen auch die Partner von Facebooks Libra unter Druck. Unternehmen, wie Paypal oder Stripe, überdenken ihre Partnerschaft mit Libra mittlerweile. Die Kritik besteht vor allem darin, dass anonyme Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung durch die Digitalwährung gefördert werden könnte. Diese Kritik übte man auch an anderne Kryptowährungen. Einzelne Staaten hatten in der jüngsten Vergangenheit bereits stärkere Regulierungen gefodert und umgesetzt. Nun soll die Europäische Union nachziehen.

Facebook will die eigene digitale Währung Libra bereits in der ersten Jahreshälfte 2020 einführen. Namhafte Unternehmen unterstützen den US-Konzern nach Bekanntwerden. Dazu zählten etwa Spotify, Mastercard oder Paypal. Ob diese Partner weiterhin an Bord bleiben werden, ist bislang unklar. Auch die Einführung 2020 könnte nach der Ankündigung der Regulierungen verschoben werden.

Valdis Dombrovskis war bereits in der Vergangenheit als Regierungschef in Lettland, sowie als Vizekommissionspräsident der EU und als EU-Finanzkommissar tätig.

Martin Höllinger
Email: mh@finanz.at
stv. Chef-Redakteur, Ressort-Leiter Kredit
Experte für Finanzierung, Kredit, Versicherung
Redaktion | Kontakt | Twitter: @hoellinger | Steiermark
Martin Höllinger ist Finanz-Experte aus der Steiermark und beschäftigt sich seit Jahren mit den Themen Finanzen, Kredit und Versicherung.

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