09.10.2019, 14:54 Uhr | von | Wirtschaft

Normalerweise ist man Dramen von den Bühnen des Wiener Volkstheaters gewohnt, nun spielt sich das Drama jedoch hinter der Bühne ab. Laut dem Rechnungshof ist das Haus nämlich finanziell in einer schweren Lage.

Das Wiener Volkstheater steckt in finanzieller Not
Bild: pixabay.com / moerschy

Es war bereits bei der Suche nach einer neuen künstlerischen Leitung der Fall, dass sich das Wiener Volkstheater in einer schwierigen finanziellen Lage befand. Die Warnungen, die damals ausgesprochen wurden, waren offensichtlich berechtigt. In einem umfangreichen Bericht hat der Rechnungshof nun die nach seiner Ansicht prekäre Lage aufgedeckt. Er sieht ein neues Konzept unabdinglich für die Rettung der Bühne. In den Geschäftsjahren 2015/2016, 2016/2017 und 2017/2018 erhielt das Wiener Volkstheater von der Stadt Wien Subventionen für das Haupthaus in Höhe von insgesamt rund 21,9 Millionen €.

Wiener Volkstheater weiterhin von Subventionen abhängig.

Schon in den Jahresabschlüssen wurde klar, dass die Zahlungsfähigkeit des Wiener Volkstheaters von den Subventionen des Bundes bzw. der Stadt abhängig sei. Die Eigenmittelquote lag nur bei etwa 8 %, was wiederum ein Indiz für die schwierige wirtschaftliche Lage des Wiener Volkstheaters ist.

Aber auch die Besucherzahlen sind in den letzten Jahren gesunken. Die durchschnittliche jährliche Besucherzahl liegt bei 136.700. Der Rückgang betrug im Haupthaus der Wiener Volkstheater rund 7 %, in den Bezirken waren deutliche Rückgänge zu verzeichnen.

Besonders auffällig waren vor allem Anstiege innerhalb der Aufwendungen für künstlerische Leistungen und Musik. Grund hierfür waren große Produktionen und ein Gastspiel. Der Rechnungshof wertet diese Ausgaben im Hinblick auf die schwere finanzielle Situation des Hauses als nicht angebracht.

Nun soll ein neues Konzept her

Der kaufmännische Geschäftsführer des Volkstheater Wien betont, dass der Betrieb des Volkstheaters einem umfassenden Umbruch unterzogen wird. Das Haupthaus wird gerade einer Sanierungsmaßnahme unterzogen. Daher schließt das Haus mit Ende des Jahres für die gesamte Dauer des Umbaus. Der Spielbetrieb wird im Museumsquartier fortgeführt. Außerdem wird die Leitung des Wiener Volkstheaters mit Ende des Jahres von Anna Badora an Kay Voges übergeben.

Richard Baidinger
Email: rb@finanz.at
Redakteur, Ressort Wirtschaft und Finanzen
Experte für Wirtschaft und Finanzen
Redaktion | Kontakt | Wien
Richard Baidinger ist Experte und Redakteur für Bank- und Finanzwirtschaft aus Wien.

Schlagwörter:

VolkstheaterRechnungshofBühneFinanzelle Not

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