08.10.2019, 23:29 Uhr | von | Wirtschaft

Obwohl das Gutscheinunternehmen DailyDeal pleite ist, können Konsumentinnen und Konsumenten weiterhin Gutscheine einlösen. Der OGH hat entschieden, dass selbst die meisten Gutscheine, die bereits abgelaufen waren, noch gültig und einzulösen sind.

DailyDeal ist pleite - Kunden können Gutscheine weiter einlösen
Bild: pixabay.com / Chronomarchie

Konsumentinnen und Konsumenten haben nach der Pleite des Gutscheinhändlers DailyDeal zunächst nichts zu befürchten. Denn die Gutscheine, die bereits verkauft wurden, können trotz der Insolvenz weiterhin eingelöst werden. Aber auch Gutscheine, die grundsätzlich bereits abgelaufen sind, sind größtenteils laut einem Urteil des Obersten Gerichtshof weiterhin gültig und einlösbar.

Die Insolvenz des Gutscheinunternehmens wurde bereits im Oktober angemeldet. Trotz der Insolvenz haben Kundinnen und Kunden von DailyDeal weiterhin das Recht, die gekauften Gutscheine bei den diversen Anbietern einzulösen. Diese müssen die Gutscheine auch annehmen, sagt Beate Gelbmann vom VKI. Sie empfiehlt ferner, mit den Gutschein-Partnern in Kontakt zu treten und eine Bestätigung über die weitere Gültigkeit einzufordern. Einen entsprechenden Musterbrief stellt der VKI zur Verfügung.

„Kurze Befristung ist nicht zulässig“

Zu diesem Entschluss kommt der OGH. Der VKI hat nämlich bereits seit längerer Zeit eine Klage gegen DailyDeal geführt. Grund hierfür waren Zweifel an der Rechtmäßigkeit bestimmter Klauseln bezüglich der Verjährung von Gutscheinen. Nach dem Urteil des OGH steht nun fest, dass die gewählte Gültigkeitsdauer viel zu gering war und damit auch unzulässig ist.

„Auch abgelaufene Gutscheine einlösen“

Dieser Meinung ist der VKI. Beate Gelbmann erklärt weiter, dass eine Gültigkeitsfrist von mehreren Wochen oder Monaten selbst bei einem erteilten Rabatt, wie es bei DailyDeal der Fall war, zu kurz bemessen und nicht gerechtfertigt sei. Der allfällige Ablauf eines Gutscheins sollte Kundinnen und Kunden in keiner Weise abschrecken. Es ist nämlich so, dass je kürzer die Verfallsfrist ursprünglich war, umso wahrscheinlicher ist es, dass die Befristung von Beginn an unzulässig gewesen ist. Der Rechtsprechung zufolge ist ein abgelaufener Gutschein in der Regel 30 Jahre lang gültig.

aktualisiert: 09.10.2019, 09:35 Uhr
Richard Baidinger
Email: rb@finanz.at
Redakteur, Ressort Wirtschaft und Finanzen
Experte für Wirtschaft und Finanzen
Redaktion | Kontakt | Wien
Richard Baidinger ist Experte und Redakteur für Bank- und Finanzwirtschaft aus Wien.

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