23.03.2020, 09:00 Uhr | von | Finanzen

Aufgrund der Corona-Krise müssen viele Unternehmen wirtschaftliche Einbußen hinnehmen. Besonders betroffen sind unter anderem der Tourismus, die Gastronomie und der Handel. Die häufigsten Fragen betreffen vor allem die Entschädigung beziehungsweise die Soforthilfe seitens der Bundesregierung, sowie etwa die Miete der Geschäftsflächen.

Corona-Krise: Das sind die häufigsten Fragen von Unternehmen
Bildquelle: Finanz.at | Fragen und Antworten

Wann und wo kann man die Corona-Soforthilfe beantragen?

Die Bundesregierung hat einen Hilfsfonds von insgesamt 38 Milliarden Euro bereitgestellt. Dieser setzt sich aus mehreren Teilen, wie etwa Steuerstundungen, Notfallhilfen und einem Soforthilfe-Härtefonds zusammen.

Die Hilfe für Ein-Personen-Unternehmen (EPS), Kleinstunternehmen, Neue Selbstständige, freie Dienstnehmer und Non-Profit-Organisationen umfasst ein Fördervolumen von einer Milliarde Euro. Dieser Härtefonds wird von der Wirtschaftskammer Österreich abgewickelt und kann online auf wko.at beantragt werden.

Derzeit wird laut WKO „eine zentrale IT-Lösung erarbeitet“, diese soll jedoch – ebenso, wie Ansprechpartner vor Ort - in den nächsten Tagen zur Verfügung stehen.

Wo kann man Kurzarbeit beantragen?

Das neue „Corona Soforthilfe- Kurzarbeit Flexi“ soll dafür sorgen, dass Arbeitnehmer in Zeiten der wirtschaftlichen Krise aufgrund des Coronavirus nicht entlassen werden müssen und damit Arbeitsplätze sichern. Das Modell sieht unter anderem vor, dass die gekürzte Arbeitszeit auf bis zu null Stunden gesenkt und die Lohnkosten zu 85 Prozent vom AMS übernommen werden.

Der Antrag für die Kurzarbeit kann direkt beim zuständigen Arbeitsmarktservice eingebracht und gemeinsam mit AMS, Betriebsrat und Gewerkschaft ausgehandelt und vereinbart werden. Alle Informationen dazu findet man online auf ams.at.

Müssen Unternehmen Miete zahlen, wenn die Geschäftsräume geschlossen wurden?

Grundsätzlich sieht das § 1104 ABGB vor, dass etwa im Falle einer Seuche, was auf das Coronavirus (COVID-19) zutreffen würde, keine Miete zahlen, sofern dadurch das Geschäftslokal nicht genutzt werden kann. Da es sich in Österreich jedoch derzeit um behördliche Schließungen aufgrund der Corona-Krise handelt, ist diese gesetzliche Regelung nicht eindeutig.

Unternehmer sollten jedenfalls den Mietvertrag überprüfen, ob eine konkretere und eindeutigere Regelung zur aktuellen Situation vereinbart wurde. Laut Experten kann jedoch nicht automatisch von einer Mietreduktion oder -Freistellung bis zum Ende der Maßnahmen für jedes Geschäftslokal aufgrund des § 1104 ABGB ausgegangen werden.

Wie kann man eine Steuerstundung oder Stundung der SV-Beiträge beantragen?

Im Hilfspaket der Bundesregierung ist auch die Stundung der Körperschaft- und Einkommensteuer für Unternehmen enthalten. Diese kann direkt beim Finanzministerium beantragt werden. Dazu kann das dafür vorgesehende Formular online auf bmf.gv.at heruntergeladen und der Antrag zur Stundung via Finanzonline oder per Email an corona@bmf.gv.at übermittelt werden. Auch Verzugszinsen und Mahnspesen aufgrund nicht fristgerechter Zahlungen können entfallen.

Auch die Stundung der Sozialversicherungsbeiträge beziehungsweise die Anpassung der vorläufigen Beitragsgrundlage zur GSVG-/FSVG-Pflichtversicherung wegen Veränderung der Einkünfte kann direkt bei der SVS benatragt werden. Das dafür notwendige Formular findet man online aus sozialversicherung.gv.at.

Daniel Herndler
Email: dh@finanz.at
Chef-Redakteur, Ressort-Leiter Steuern und Finanzen
Experte für Steuern, Finanzen, Wirtschaft und Börse
Redaktion | Kontakt | Twitter: @DanielHerndler | Salzburg
Daniel Herndler ist Wirtschaftsjournalist, Herausgeber und Chef-Redakteur des Nachrichtenportals Finanz.at. Seine Schwerpunkte liegen in den Bereichen Steuern, Finanzen und Wirtschaft.

Schlagwörter:

CoronavirusCoronaCovid-19HilfspaketUnternehmenSoforthilfeSteuernStundungMieteKurzarbeit

Melden Sie sich zum kostenlosen Newsletter an und erhalten Sie immer aktuelle Infos und News sofort per Email.
Mehr Schlagzeilen