24.03.2020, 09:00 Uhr | von | Arbeitnehmer

In Zeiten der Covid-19-Krise stellen sich viele Arbeitnehmer dieselben Fragen: Wie viel Geld bekomme ich in der Kurzarbeit? Was muss ich im Falle in einer Kündigung unternehmen? Oder was ist im Home Office zu beachten? Finanz.at die häufigsten Fragen der Arbeitnehmer in Österreich beantwortet.

Corona: Fragen zu Kurzarbeit, Kündigung und Home Office
Bildquelle: Finanz.at (Montage) | Fragen von Arbeitnehmern

Die häufigsten Fragen, die sich Arbeitnehmer in Österreich in Zeiten der Corona-Krise stellen, werden von Finanz.at hier beantwortet:

Was muss ich tun, wenn ich nicht im Home Office arbeiten kann?

Sollte es nicht möglich sein, von zuhause aus zu arbeiten, so sollte der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer die dafür vorgesehenen Dokumente ausstellen. Diese sollten bei etwaigen Kontrollen am Arbeitsweg während der Ausgangsbeschränkungen vorgezeigt werden.

Arbeitswegbescheinigung

Eine Arbeitswegbescheinigung kann vom Dienstgeber ausgestellt oder im Arbeitsvertrag als Zusatz vermerkt werden. Sollte das nicht der Fall sein, sollten Arbeitnehmer ihren Arbeitgeber kontaktieren, um diese Bescheinigung bei Kontrollen am Arbeitsweg vorzeigen zu können.

Bestätigung für Schlüsselarbeitskräfte

Schlüsselarbeitskräfte, also jene Arbeitnehmer, die in der kritischen Infrastruktur oder der Daseinsvorsorge tätig sind, sollten eine Bestätigung des Arbeitgebers mit sich führen. Diese kann auf der Webseite der Wirtschaftskammer Österreich heruntergeladen und ausgestellt werden.

Wie viel Geld bekomme ich in der Kurzarbeit?

Das Gehalt während der Kurzarbeit wird mittels Nettoersatzrate berechnet. Diese beträgt bei einem Bruttogehalt von mehr als 2.685 Euro monatlich 80 Prozent, bei 1.700 Euro bis 2.685 Euro 85 Prozent und bei weniger als 1.700 Euro 90 Prozent. Die ausfallende Arbeitszeit und der Anteil an der Normalarbeitszeit pro Woche sind für den Arbeitgeber wichtig. Bis zu 85 Prozent der Lohnkosten werden im Zeitraum der Kurzarbeit vom AMS übernommen.

Sonderzahlungen und Gehälter während des Krankenstandes oder Urlaubs werden weiterhin in voller Höhe der vor der Kurzarbeit geltenden Gehälter bezahlt. Am Montag wurde bekannt, dass auch die Gehälter während des Krankenstands aliquot vom AMS mitgetragen werden. Dadurch wird das Kurzarbeitsmodell für Unternehmen noch attraktiver.

Arbeitnehmer können ihr Gehalt mit dem Kurzarbeit-Rechner auf Finanz.at berechnen.

Darf mich mein Arbeitgeber während der Kurzarbeit kündigen?

Grundsätzlich dürfen während der Kurzarbeitsphase auch Kündigungen ausgesprochen werden. Diese unterstehen jedoch besonderen Richtlinien. Sie müssen etwa mit dem AMS und dem Betriebsrat oder der Gewerkschaft abgesprochen sein.

Im „Corona Soforthilfe-Kurarbeit Flexi“-Modell ist eine Behaltefrist nach der Kurzarbeit von mindestens einem Monat vorgesehen. Diese gilt als Kündigungsschutz für Arbeitnehmer in Kurzarbeit.

Wie lange kann ich in Kurzarbeit geschickt werden?

Die Kurzarbeit beträgt nach dem Corona-Soforthilfe-Modell bis zu drei Monate. Danach kann es um weitere drei Monate verlängert werden. Das ursprüngliche Modell sieht eine Dauer von bis zu sechs Monaten vor.

Was muss ich tun, wenn ich gekündigt wurde?

Wenn man gekündigt wurde oder selbst gekündigt hat, sollte man sich unbedingt beim Arbeitsmarktservice arbeitslos melden. Da es aufgrund der hohen Nachfrage zu Wartezeiten und Verzögerungen kommen kann, sind Arbeitnehmer dazu angehalten, sich online oder via Telefon beim AMS zu melden. Das Online-Konto findet man auf e-AMS.at. Telefonisch ist das AMS von Montag bis Donnerstag von 7:30 bis 16:00 Uhr und am Freitag von 07:30 bis 13:00 Uhr erreichbar.

Aufgrund der hohen Anzahl an Meldungen beim AMS, werden alle Anträge nun auch rückwirkend angenommen. Trotz der möglichen Wartezeiten sollten gekündigte Arbeitnehmer unbedingt schnellstmöglich Kontakt mit dem AMS aufnehmen, um Arbeitslosengeld und den Versicherungsschutz zu erhalten.

Daniel Herndler
Email: dh@finanz.at
Chef-Redakteur, Ressort-Leiter Steuern und Finanzen
Experte für Steuern, Finanzen, Wirtschaft und Börse
Redaktion | Kontakt | Twitter: @DanielHerndler | Salzburg
Daniel Herndler ist Wirtschaftsjournalist, Herausgeber und Chef-Redakteur des Nachrichtenportals Finanz.at. Seine Schwerpunkte liegen in den Bereichen Steuern, Finanzen und Wirtschaft.

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