30.09.2019, 16:30 Uhr | von | Finanzen

Erstmals seit 44 Jahren wurde im letzten Jahr ein Budgetüberschuss erzielt. Österreich hat im Jahr 2018 das Nulldefizit mit 0,2 Prozent Überschuss erreicht.

Österreich erzielt Budgetüberschuss von 0,2 Prozent
Bild: pixabay.com / nattanan23

Seit März diesen Jahres ist bekannt, dass der Bund das Nulldefizit zum ersten Mal seit dem Jahr 1974 - also seit 44 Jahren - erreicht habe. Nun teilt die Statistik Austria mit, dass der Staat einen öffentlichen Budgetüberschuss von 0,2 Prozent des BIP (Bruttoinlandsprodukt) erzielt hat.

Grund für den Überschuss sind laut Statistik Austria vor allem die gute Konjunktur im letzten Jahr und die hohe Beschäftigungsquote. "Wir hatten 2018 ein besonderes Jahr, denn erstmals seit 44 Jahren gab es wieder einen Budgetüberschuss", so Konrad Pesendorfer, Generaldirektor der Statistik Austria.

Im Jahr 2017 wurde mit einem Minus von 0,7 Prozent des Bruttoinlandprodukts noch ein knappen Defizit eingefahren. In absoluten Zahlen waren es damals 2,8 Milliarden Euro. 2018 beträgt der Budgetüberschuss immerhin 763 Millionen Euro. Auch der Schuldenstand hat sich im letzten Jahr reduziert. Er ist von 289,8 Milliarden auf 285,3 Milliarden Euro gesunken, wodurch Österreichs Schuldenquote von 78,3 auf 74 Prozent reduziert werden konnte. Die Schuldenquote bezeichnet das Verhältnis der Staatsschulden gegenüber dem Bruttoinlandsprodukt.

Bild / Quelle: Statistik Austria (statistik.at)
Bild / Quelle: Statistik Austria (statistik.at)

Mehr Einnahmen für den Staat

Die Einnahmen für Staat sind im Jahr 2018 gegenüber dem Vorjahr um 5,2 Prozentpunkte angestiegen. In Summe sind das 9,3 Milliarden Euro, woraus sich eine Gesamtsumme der Staatseinnahmen von 188,4 Milliarden Euro ergibt. Diese Einnahmen werden zum größten Teil aus Steuern finanziert. Besonders hervorzuheben seien laut Statistik Austria die Mehreinnahmen aus Vermögenssteuern und Einkommensteuer. Diese wuchsen um über vier Milliarden Euro und sind somit um 8,5 Prozent höher als noch 2017. Laut Konrad Pesendorfer ergibt sich dieser Zuwachs aus den Steigerungen der Lohnsteuer (plus 1,9 Milliarden Euro) und der Körperschaftssteuer (plus 1,2 Milliarden Euro).

Auch Staatausgaben sind gestiegen

Auch die Ausgaben der Republik Österreich sind im Vorjahr gestiegen. Die liegen bei insgesamt 187,6 Milliarden Euro und somit 3,2 Prozent höher, als noch im Jahr 2017. Den größten Anteil der Staatsausgaben machen die Sozialleistungen mit rund 45 Prozent aus, gefolgt von den Aufwendungen für öffentliche Verwaltung und das Gesundheitswesen. Gestiegen sind laut Statistik Austria besonders die Ausgaben für die Pflege beziehungsweise das Pflegegeld und die Pensionen.

Zwischen den Staatseinnahmen und -Ausgaben ergibt sich somit ein Plus von 763 Millionen Euro.

Bundesländer ebenfalls mit Überschüssen

Auch in den Ländern zeichnet sich ein positives Bild ab. Sieben der neun Bundesländer erreichten 2018 ebenfalls einen Budgetüberschuss. Einzig die Steiermark und Vorarlberg bleiben knapp bei einem Defizit.

Link: Statistik Austria - Öffentliches Defizit / Öffentlicher Überschuss

Mario Schantl
Email: ms@finanz.at
Redakteur, Ressort-Leiter Immobilien
Experte für Immobilien und Finanzierung
Redaktion | Kontakt | Steiermark
Mario Schantl ist Experte für Finanzierungen und Immobilien und berichtet als Redakteur auf Finanz.at über Nachrichten und Sachverhalte.

Schlagwörter:

BudgetüberschussBudgetÖsterreichNulldefizitSchulden

Melden Sie sich zum kostenlosen Newsletter an und erhalten Sie immer aktuelle Infos und News sofort per Email.
Mehr Schlagzeilen

Alle Informationen zu den Richtlinien finden Sie hier. Kontaktieren Sie uns für Ihr Feedback!