Neue Broker profitieren von ETF-Boom in Österreich

Die Inflation ist mit zuletzt 11 Prozent weiter auf einem Rekordhoch. Das veranlasst die EZB zu einer erneuten Erhöhung des Leitzinses, wodurch auch Sparzinsen wieder steigen. Dennoch liegt die erwartete Rendite deutlich unter dem Kaufkraftverlust. Die Nachfrage nach ETFs und Aktien steigt daher stetig an.

04.11.2022, 14:25 Uhr von
Aktienhandel
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Erst im Oktober hat die Europäische Zentralbank (EZB) die neuerliche Erhöhung des Leitzinses bekanntgegeben. Damit wurde der Leitzins bereits zum dritten Mal in diesem Jahr angehoben – von ursprünglich null auf nunmehr zwei Prozent. Eine weitere Erhöhung soll im Dezember folgen. Das verändert auch die Geldanlage in Österreich. Das Sparbuch und andere klassische Geldanlage-Produkte werden plötzlich aufgrund der steigenden Einlagen- und Sparzinsen wieder attraktiv für heimische Sparer – der ETF-Boom hält dennoch weiter an.

Kaufkraft von Einkommen und Spareinlagen sinkt weiter

Die anhaltende Rekord Inflation von zuletzt 11 Prozent im Oktober sorgt dafür, dass die Kaufkraft des Einkommens weiterhin stark sinkt. Auch Spareinlagen sind von der Teuerung betroffen. Auch wenn die Zinsen auf Kapital in Sparbüchern (Tagesgeld), Bausparer und anderen Geldanlageformen steigen, liegen sie noch immer deutlich unter der Inflation. Die Rendite müsste mindestens auf Höhe der Inflation liegen, um keine Kaufkraft mit dem veranlagten Vermögen zu verlieren.

Aus diesem Grund bleibt die Nachfrage nach Anlageoptionen am Kapitalmarkt hierzulande weiterhin hoch. Insgesamt 87 Prozent der sogenannten „Gutverdiener“ im Alter von 21 bis 56 Jahren – also jene Personen, die über ein Bruttojahresgehalt zwischen 80.000 und 200.000 Euro verfügen – sind bereits im Kapitalmarkt investiert. Etwa 17 Prozent der Gesamtbevölkerung investieren in derartige Anlageprodukte, wie ETFs oder Aktien. Der Grund dafür ist, dass auch in Zeiten steigender Inflation meist deutlich höhere Renditen in diesem Markt möglich sind als am klassischen Sparbuch.

Information

Sogenannte ETFs (engl. „Exchange Traded Funds“) sind börsengehandelte Indexfonds, die die Wertentwicklung von Marktindizes, wie dem ATX oder DAX, abbilden. Sie ermöglichen es, mit einem Wertpapier einfach in ganze Märkte weltweit zu investieren. Der MSCI World beispielsweise bildet als Indexfonds mehr als 1.500 Unternehmen aus 23 Industrieländern ab und gilt damit als einer der beliebtesten ETFs am Markt.

Eine Studie von ExtraETF prognostiziert, dass bis 2026 ein globales Volumen bis zu 353,5 Milliarden Euro in ETF-Sparplänen angelegt sein wird. Die Anzahl der Sparpläne soll auf über 20 Millionen anwachsen.

Neue Broker strecken ihre Fühler nach Österreich aus

Getrieben von der stark wachsenden Nachfrage, strecken immer mehr Neo-Broker im Zuge der europaweiten Expansion ihre Fühler auch nach Österreich aus. MEXEM beispielsweise ist ein in Österreich recht neuer Anbieter, der sich unter anderem auf das Investieren in ETFs spezialisiert. Der europäische Online-Broker wird von der CySEC – der zypriotischen staatlichen Finanzaufsichtsbehörde – reguliert und ist nach eigenen Angaben aktuell an rund 150 Märkten tätig.

Weitere Online-Broker in Österreich findet man online auf Finanz.at in einer Übersicht inkl. Gebühren, Details zu den Märkten und handelbaren Wertpapieren.

Rechtlicher Hinweis: Das Handeln und Investieren in Wertpapiere o.Ä. am Kapitalmarkt ist spekulativ und birgt auch Risiken (Kapitalverlust, etc.).

Advertorial

Mehr Informationen: Exchange Traded Funds

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Daniel Herndler
Chef-Redakteur, Ressort-Leiter Steuern und Finanzen
Daniel Herndler ist Wirtschaftsjournalist, Herausgeber und Chef-Redakteur des Nachrichtenportals Finanz.at. Seine Schwerpunkte liegen in den Bereichen Steuern, Finanzen und Wirtschaft.
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