04.11.2020, 19:55 Uhr | von | Finanzen
Österreicher kaufen für 314 Euro am Black Friday ein
Bildquelle: Finanz.at / pixabay.com (Montage)
Analyse

Das Interesse an den Rabatten an Black Friday und Cyber Monday hat in den letzten Jahren auch in Österreich stark zugenommen. Die Corona-Krise könnte aufgrund der wirtschaftlichen Situation jedoch für einen deutlichen Abschwung im Einzelhandel sorgen.

Mehr als 14 Prozent der jährlichen Einkäufe sollen laut Erhebung der Analyse-Plattform cybermonday.global in den acht Tagen im November getätigt werden, an denen der Black Friday und Cyber Monday im Handel stattfinden. Immerhin vier Fünftel der Österreicher, die an diesen Rabatt-Tagen eingekauft haben, bewerteten sie durchaus positiv. Häufigste Kritikpunkte sind unattraktive Angebote oder Produkte, die zwar stark im Preis reduziert, jedoch wenig interessant sind.

Nachfrage in Österreich versechsfacht

Im Laufe der letzten zehn Jahre hat das Interesse der österreichischen Konsumenten nach dem Cyber Monday und Black Friday um rund 600 Prozent zugenommen. Das ergibt eine Analyse von cybermonday.global. Noch 2019 gab die WKO bekannt, dass "bei den unter 30-Jährigen 68 Prozent am Black Friday und/oder Cyber Monday eingekauft hätten".

Insgesamt hatten circa 25 Prozent der Österreicher (1,9 Millionen Personen) über 15 Jahre an einem der beiden Tage geshoppt. Der Black Friday findet dabei traditionell im stationären Handel statt, der Cyber Monday online. Berechneter Umsatz der Wirtschaftskammer Österreich: immerhin 400 Millionen Euro.

Prognosen für 2020 unsicher

Aufgrund der Corona-Pandemie und der damit einhergehenden wirtschaftlichen und finanziellen Unsicherheit bedingt durch Kurzarbeit oder Arbeitslosigkeit könnte die Nachfrage nach dem Black Friday in diesem Jahr doch noch gedämpft werden.

Im Vorjahr gaben heimische Konsumenten laut Umfrage der WKO-Sparte Handel an, bis zu 220 Euro an einem der beiden Tage ausgeben zu wollen. In diesem Jahr könnte diese Summe noch steigen. Jedoch könnte die Anzahl der Käufer deutlich zurückgehen. Laut Analyse werden in Österreich im Durchschnitt 314 Euro an diesem Rabattwochenende ausgegeben.

"Einer höheren Kundenfrequenz samt mehr Umsatz steht oft sogar ein Rückgang des Gewinns gegenüber. Die Herausforderung besteht darin, Schnäppchenjäger zu Stammkunden zu machen", so die Handelssparte der Wirtschaftskammer gegenüber Finanz.at.

In diesem Jahr hat der Handel trotz zweitem landesweiten Lockdown zwar geöffnet, wird aber - wie jedes Jahr - gegen die Online-Riesen Amazon und Co. weiterhin das Nachsehen haben. Durch die Schließung der Gastronomie befürchtet man für den November einen deutlichen Abschwung der Kundenfrequenz im Einzelhandel.

Daniel Herndler
Email: dh@finanz.at
Chef-Redakteur, Ressort-Leiter Steuern und Finanzen
Experte für Finanzen, Steuern, Wirtschaft, Arbeitnehmer
Redaktion | Kontakt | Twitter: @DanielHerndler | Salzburg
Daniel Herndler ist Wirtschaftsjournalist, Herausgeber und Chef-Redakteur des Nachrichtenportals Finanz.at. Seine Schwerpunkte liegen in den Bereichen Steuern, Finanzen und Wirtschaft.

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