26.06.2020, 13:30 Uhr | von | Wirtschaft

Laut Finanzminister Blümel seien 24 Milliarden Euro an Coronahilfe bereits rechtsverbindlich zugesagt. Bis zu 50 Milliarden Euro sollen es letztlich werden. Experten rechnen mit schwerster Rezession seit dem zweiten Weltkrieg.

24 Mrd. Euro an Coronahilfe zugesagt - schwerste Rezession seit 2. Weltkrieg
Bildquelle: APA | Gernot Blümel

"Bisher sind 24 Mrd. Euro rechtsverbindlich zugesagt worden", so Finanzminister Gernot Blümel (ÖVP) im Rahmen der heutigen Präsentation. Die Bundesregierung stellte heute die in der Regierungsklausar in der Vorwoche angekündigten weiteren Corona-Hilfsmaßnahmen vor. Die Begutachtungsfrist dafür endet heute. Thema waren auch die bisher bereitgestellten Hilfsleistungen und Maßnahmen aufgrund der Coronakrise in Österreich.

Für die Kurzarbeit seien laut Finanzminister bisher "fast 2,5 Milliarden Euro geflossen", die beantragten Steuerstundungen betragen circa 6,5 Milliarden Euro. Weitere 5 Milliarden Euro an Garantien und Haftungen kämen noch dazu. Laut Blümel wurden bereits 5.000 der insgesamt 8.000 Anträge auf Fixkostenzuschuss heimischer Unternehmen bewilligt. Die Auszahlung dafür soll in drei Etappen erfolgen.

Zu Beginn der Coronakrise wurde seitens der Bundesregierung mit dem Leitsatz "koste es, was es wolle" ein Hilfsbudget von 38 Milliarden Euro veranschlagt.

50 Milliarden Euro an Hilfe angekündigt

Im Rahmen der Regierungsklausur wurden letztlich insgesamt 50 Milliarden Euro für die Coronahilfe in Österreich zwischen den Koalitionspartner ÖVP und Grünen beschlossen. Laut Finanzminister Blümel bringe das Konjunkturstärkungsgesetz, das als Grundlage für die Zahlungen dient, neue Entlastungen und Investitionsanreize. Dieses Gesetz soll in der kommenden Woche dem Nationalrat zugewiesen werden. "Die Begutachtung ist relativ kurz, damit sichergestellt ist, dass der Gesetzgebungsprozess möglichst schnell startet."

Zudem wurde angekündigt, dass heimische Betriebe ab sofort ihre Steuerstundungen antragslos bis 15. Januar 2021 verlängert können. Außerdem sollen Unternehmen jährlich bis zu 30 Prozent des Buchwertes eines Investitionsguts abschreiben können, um Investitionen ankurbeln und trotz der Krise attraktiver zu machen.

Tiefste Rezession seit zweitem Weltkrieg

WIFO (Wirtschaftsforschungsinstitut) und IHS rechnen mit einer kurzen aber schweren Rezession für das Jahr 2020 in Österreich.

Die Coronakrise beschere Österreich in diesem Jahr einen Wirtschaftseinbruch von rund 7 Prozent. Dazu kämen Rekorde bei Arbeitslosenrate und Budgetdefizit von jeweils rund 10 Prozent.

"In Österreich ist es die tiefste Rezession seit dem Zweiten Weltkrieg", so das Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo) am Freitag zur veröffentlichten vierteljährlichen Konjunkturprognose. Immerhin sei laut Prognosen der Wirtschaftsforscher ein Aufschwung für 2021 zu erwarten.

(APA / Redaktion)

Daniel Herndler
Email: dh@finanz.at
Chef-Redakteur, Ressort-Leiter Steuern und Finanzen
Experte für Steuern, Finanzen, Wirtschaft und Börse
Redaktion | Kontakt | Twitter: @DanielHerndler | Salzburg
Daniel Herndler ist Wirtschaftsjournalist, Herausgeber und Chef-Redakteur des Nachrichtenportals Finanz.at. Seine Schwerpunkte liegen in den Bereichen Steuern, Finanzen und Wirtschaft.

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