13.11.2019, 12:37 Uhr | von | Wirtschaft

Nach zahlreichen Versuchen und starker Gegenwehr stimmte die OSRAM-Führung nun doch einer Akquisition durch ams zu. Dennoch Übernahme noch nicht ganz sicher. 

Akquisition: Grünes Licht der OSRAM-Führung
Bild: pixabay.com / rawpixel

Gegen eine Übernahme von OSRAM durch den steirischen Chip- und Sensorhersteller ams wehrte sich über einen längeren die Führung des deutschen Leuchtenherstellers. Nach einigen Versuchen und Verhandlungen sowie starker Gegenwehr von Seiten des Vorstandes von OSRAM, ging man nun auf ams zu. Die Übernahme soll insgesamt 4,6 Milliarden Euro schwer sein. Für OSRAM ist es besonders wichtig, dass Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Unternehmens bis zum Ende des Jahres 2022 durch etwaige, fusionsbedingte Kündigungen geschützt sind. Dies äußerte der Vorstandschef Berlien. Außerdem seien die 41 Euro, die pro Aktie von ams geboten wurden, angemessen.

Brigitte Ederer, welche ehemals die Personalchefin von Siemens war, soll als neutrale Schiedsrichterin auftreten. Sie soll vor allem sicherstellen, dass alle Vereinbarungen, die zwischen OSRAM und ams getroffen wurden und werden, auch eingehalten werden. Bevor Ederer Personalchefin bei Siemens war, war sie als SPÖ-Politikerin aktiv. Obgleich der Vorstand des deutschen Leuchtenherstellers nun grünes Licht für die Akquisition geben, gibt es immer noch Widerstand von Seiten der ArbeitnehmerInnenverteter.

Der Konzernbetriebsrat reichte sogar eine Beschwerde gegen die Übernahmeoffert-Genehmigung ein. Ihm zufolge hat ams eine Gesetzeslücke genutzt, um eine 12-monatige Sperrfrist einer neuen Angebotslegung zu umgehen. ams nutzte nämlich zwei Tochtergesellschaften, die als neuer Bieter auftreten. Ob eine Klage durch den Betriebsrat überhaupt zulässig ist, ist derzeit noch unklar.

Obgleich ams ein deutlich kleineres Unternehmen ist als OSRAM, benötigt der Leuchtenhersteller dennoch Hilfe, um aus der Krise zu kommen. Ein Minus vom 343 Millionen Euro wurde im abgelaufenen Geschäftsjahr von OSRAM verzeichnet. Im Jahr davor konnte man noch Gewinne von 188 Millionen Euro erzielen. Dies beeinflusste auch, dass etwa die Dividende ausfiel. Von Seiten des Unternehmens OSRAM wurden Einsparungen, die mitunter auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter treffen können, angekündigt. Laut IG Metall möchte OSRAM 800 weitere Arbeitsplätze in Deutschland streichen. 2.700 Arbeitsplätze wurden bereits gestrichen, sodass die Belegschaft 23.500 Angestellte zählte.

Der zweite Anlauf einer Übernahme von OSRAM durch ams soll nun klappen. Bis zum 5. Dezember 2019 hat der Leuchtenhersteller Zeit, das Angebot anzunehmen.

 

Unternehmensinfo:

  • OSRAM Licht AG
    • Sitz in München, Deutschland
    • Im Jahre 1918 in Berlin gegründet
    • 23.500 MitarbeiterInnen
    • 4,128 Milliarden Euro Umsatz (im Geschäftsjahr 2017)
  • ams AG
    • Sitz in Premstätten, Österreich
    • Im Jahre 1981 gegründet
    • 9.000 MitarbeiterInnen
    • 1,426 Milliarden Euro Umsatz (im Geschäftsjahr 2018)

Referenzen:

aktualisiert: 13.11.2019, 12:37 Uhr
Richard Baidinger
Email: rb@finanz.at
Redakteur, Ressort Wirtschaft und Finanzen
Experte für Wirtschaft und Finanzen
Redaktion | Kontakt | Wien
Richard Baidinger ist Experte und Redakteur für Bank- und Finanzwirtschaft aus Wien.

Schlagwörter:

amsOSRAMÜbernahmeAkquisition

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