Omikron-Welle könnte durch Arbeitsausfälle Milliarden kosten

Die prognostizierte Omikron-Welle könnte wirtschaftlich massive Folgen haben und einen enormen Wertschöpfungsverlust verursachen. Würden 20 Prozent der Erwerbstätigen ausfallen (rund 860.000 Personen) errechnen Experten man einen Verlust von bis zu einer Milliarde Euro.

08.01.2022, 17:30 Uhr von Redaktion
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Mit der Ausbreitung der Omikron-Variante breitet sich das Coronavirus derzeit schneller aus als je zuvor. Das bringt auch Probleme für den Arbeitsmarkt, wo es aufgrund der sprunghaft ansteigenden Infektionen zu starken Ausfällen von Arbeitskräften kommen könnte. Das bedeutet auch hohe Kosten für die Wirtschaft, laut einer Berechnung des Momentum-Instituts könnte rund 1 Mrd. Euro an Wertschöpfung verloren gehen, sollten 20 Prozent der Erwerbstätigen ausfallen.

860.000 Krankenstände gleichzeitig

In diesem Fall würden rund 860.000 Erwerbstätige auf einmal ausfallen. Die Kosten entstehen unter der Annahme, das ein positiver Test mit einer Arbeitsunfähigkeit von 5 Tagen einhergeht, sagte eine der Autorinnen der Berechnung, Sophie Achleitner, am Freitag zur APA.

"Das muss aber nicht so sein," so Achleitner. Ein positiver Test bedeute nicht automatisch einen Arbeitsausfall, wer keine Symptome habe, könne oftmals auch im Homeoffice weiterarbeiten. Allerdings könne man derzeit nicht abschätzen, wie der genaue Pandemieverlauf sein werde, daher habe das Institut eine erste grobe Berechnung angestellt und sich nach internationalen Expertenmeinungen zur Infektionsquote gerichtet, so Achleitner.

Bis zu 1,4 Mrd. Euro Verlust berechnet

Um dieser Unsicherheit Rechnung zu tragen, wurden die Kosten für unterschiedliche Ausfallquoten berechnet. Fällt nicht jeder fünfte (also 20 Prozent), sondern sogar jeder vierte Erwerbstätige (also 25 Prozent) aus, steigen die Wertschöpfungsverluste auf rund 1,4 Mrd. Euro. Ist es dagegen nur jeder Zehnte, liegen die Kosten laut dem Institut bei rund 550 Mio. Euro.

Die Zahlen für die Wertschöpfungsverluste könnten aber eine Unterschätzung sein, sagte Achleitner. Denn in der Rechnung seien Kinder und nicht erwerbstätige Personen nicht enthalten. Auch Folgekosten, die durch einen Ausfall von kritischem Personal - beispielsweise im Gesundheitssektor - entstehen könnten, seien nicht berücksichtigt.

Home-Office wird dringend empfohlen

In Anbetracht der anrollenden Omikron-Welle hat Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) wieder zu verstärktem Homeoffice aufgerufen. "Das heißt, es soll die Homeoffice-Regelung dort gelten, wo es möglich ist," sagte Mückstein bei der gestrigen Pressekonferenz, bei der die neuen Corona-Maßnahmen präsentiert wurden. Er ersuchte auch die Sozialpartner und Betriebe "zu überlegen, wo kann man Homeoffice anbieten."

Vonseiten der Wirtschaftskammer (WKÖ) und der Gewerkschaft (ÖGB) sieht man das Thema Homeoffice mit der seit rund einem Jahr geltenden Homeoffice-Vereinbarung gut abgedeckt. Die WKÖ ruft jedoch die Betriebe in einem Statement gegenüber der APA auf, von der Vereinbarung auch "so weit wie möglich Gebrauch zu machen. Wir müssen gemeinsam alle Möglichkeiten ausschöpfen, um jeden weiteren Lockdown zu verhindern."

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Quelle: APA
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