11.11.2019, 14:04 Uhr | von | Wirtschaft

Eine weitverbreitete Praxis der unterschiedlichsten Airlines hat laut BBC ein Insider der British-Airways aufgedeckt.

Kritik: Übertanken der Airlines
Bild: Finanz.at / pixabay.com (Montage)

Laut Informationen von BBC hat ein Insider der British-Airways eine Praxis, welche in der Luftfahrt allem Anschein nach gang und gäbe ist, aufgedeckt. Demnach sollten die Fluglinien im Allgemeinen – hier geht es jedoch konkret um British-Airways – absichtlich mehr Kerosin tanken, als es für die geplante Route notwendig wäre. Dies würde zu einem erhöhten CO2-Ausstoß führen, soll aber für die Fluglinie vermeiden, dass man am Flughafen des Ziellandes einen höheren Preis für das erneute Auftanken bezahlen muss.

British-Airways äußerte sich zu diesem Umstand, dass es aus organisatorischen Gründen, des Preises und der Sicherheit wegen ganz normal wäre, mehr Kerosin als notwendig zu tanken. Die Kosten, die durch das „Übertanken“ gespart werden, belaufen sich laut dem BBC-Bericht zwischen wenigen und mehreren Hundert Euro. Fachleuchte sind der Meinung, dass jedes fünfte Flugzeug eines europäischen Fluges mit zu viel Kerosin fliegt.

Durch das genannte Vergehen soll laut BBC alleine die Fluglinie British-Airways durch diese Methodik 18.000 Tonnen CO2 ausgestoßen haben. Dies entspricht etwa den Treibhausgasen einer Stadt mit 100.000 Einwohnern.

Scharfe Kritik wird auch seitens Greenpeace ausgeübt. Der Greenpeace-Chef, John Sauven, ist der Meinung, dass dieser Vorfall ein Grund hierfür ist, nicht darauf zu warten, bis Unternehmen etwa freiwillig ihre Emissionen verringern würde, sondern sieht scharfe Regelungen zur Begrenzung des CO2-Ausstoßes von Nöten.

aktualisiert: 11.11.2019, 14:04 Uhr
Richard Baidinger
Email: rb@finanz.at
Redakteur, Ressort Wirtschaft und Finanzen
Experte für Wirtschaft und Finanzen
Redaktion | Kontakt | Wien
Richard Baidinger ist Experte und Redakteur für Bank- und Finanzwirtschaft aus Wien.

Schlagwörter:

British-AirwaysKritikÜbertankenKerosinTreibhausgasEmissionenCO2

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