09.11.2019, 11:53 Uhr | von | Wirtschaft

Die Flächeninanspruchnahme Österreichs wurde von der Statistik Austria untersucht. Ein kontinuierlicher Anstieg soll laut Fazit der Untersuchung zu Problemen der Umwelt führen.

Untersuchung: „Seit 2001 wurde die gesamte Ackerfläche Burgenlands verbaut“
Bild: pixabay.com / analogicus

Die Statistik Austria hat untersucht, wie es Österreich als Land geht. Es wurden Untersuchungen hierfür angestellt. Das Fazit der Untersuchung lautet, dass Lebensqualität und Wohlstand in Österreich auf Kosten der Umwelt erlangt worden sind. Die Untersuchung der Flächeninanspruchnahme soll zeigen, wie sich die Flächennutzung in den Bereichen Bau und Verkehr, aber auch in anderen Bereichen, wie etwa der Freizeit entwickelt hat. Laut Ergebnissen dieser Datenerhebung soll die verbaute Fläche in den Jahren von 2001 bis 2018 um rund 26 % gestiegen sein. Dies würde einer Fläche von 1.170 km2 entsprechen. Umgerechnet sind das 2,8-mal die Fläche Wiens oder anders ausgedrückt beinahe die gesamte Ackerlandschaft des Burgenlands. In demselben Zeitraum ist die Bevölkerung Österreichs um 9,90 % gestiegen.

Als Umweltproblem mit schweren Folgen wird etwa die Bodenversiegelung, die Abdeckung von Boden mit wasserundurchlässigen Schichten, welche immer mehr vorschreitet, gesehen. Im Jahre 2018 betrug der Anteil der versiegelten Flächen 41,20 %.

Gefährdete Lebensmittelversorgung?

Auch die Österreichische Hagelversicherung warnte bereits vor Jahren erstmals vor den negativen Folgen des unkontrollierten Bodenverbrauchs. Daher stoßen die Meldungen der Statistik Austria auf offene Ohren. Die heimische Lebensmittelversorgung wird durch den Verlust von durchschnittlich 20 Hektar täglich (das ist die Größe von rund 30 Fußballfeldern) innerhalb der letzten 10 Jahre massiv gefährdet. Damit jedoch auch Arbeitsplätze. Ferner macht die Österreichische Hagelversicherung auf weitere Naturkatastrophen, wie etwa Überschwemmungen und Hochwasser aufmerksam, die dadurch auch eher eintreten könnten.

Laut einer AGES-Studie soll sich Österreich bis zum Jahre 2060 – gesetzt den Fall, dass sich der Bodenverbrauch weiterhin so entwickelt und fortsetzt – einer Unterversorgung von Mais, Kartoffeln oder Getreide entgegensehen.

Wie sich diese Situation in Zukunft weiterentwickeln wird und ob die Kritik und Besorgnisäußerungen auf Gehör stoßen werden, wird die Zukunft zeigen.

aktualisiert: 09.11.2019, 11:53 Uhr
Richard Baidinger
Email: rb@finanz.at
Redakteur, Ressort Wirtschaft und Finanzen
Experte für Wirtschaft und Finanzen
Redaktion | Kontakt | Wien
Richard Baidinger ist Experte und Redakteur für Bank- und Finanzwirtschaft aus Wien.

Schlagwörter:

Statistik AustriaBodenversiegelungBodennutzungKlimaschutz

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