27.10.2019, 16:52 Uhr | von | Wirtschaft

Für den Personenverkehr gibt es die Westbahn. Nun soll der Güterverkehr 2021 durch Haselsteiners Frachtbahn in Vollbetrieb genommen werden.

Die Westbahn machte noch vor wenigen Monaten Schlagzeilen. Der Plan war es, die 17 Züge an die Deutsche Bahn zu verkaufen. Außerdem wurden 15 neue Züge bestellt – dies zu günstigeren Konditionen. Die Begründung des Eigentümers der Westbahn, Hans-Peter Haselsteiner, war mit der Aussage „Ich habe keinen Goldscheißer im Keller“ auch ganz deutlich. Seit dem Jahre 2011, seit dem die Westbahn auf der Strecke von Wien nach Salzburg gefahren ist, wurden Verluste in Höhe von 83 Millionen Euro erwirtschaftet. Eine private Bahn für den Güterverkehr – die Frachtbahn – ist dennoch in Planung.

Die Frachtbahn Traktion GmbH befindet sich, wie Haselsteiner am Donnerstag gegenüber Journalisten berichtete, gerade in Gründung. Es wird davon ausgegangen, dass 2020 die ersten Züge auf Schiene sein werden, der Vollbetrieb soll dann im Jahre 2021 möglich sein. Dies berichtet der zukünftige Geschäftsführer der Frachtbahn Reinhard Bamberger.

Ein Ziel der Frachtbahn ist etwa der Klimaschutz. So sollen mehr Güter von der Straße auf die Schiene gebracht werden. Dennoch sollte sich das Ganze auch für das Unternehmen selbst rechnen. Die Kostendeckung soll die Frachtbahn von Anfang an erreichen, nicht also wie bei der Westbahn. Im Wesentlichen würde das Unternehmen Lokomotiven vermitteln, wohingegen der Rest von den Kunden bereitgestellt wird. So ist die Vorleistung des Unternehmens als überschaubar zu bezeichnen. Die Frachtbahn möchte mit 2-3 Lokomotiven starten, die entweder geleast oder gemietet werden. Hauptaugenmerk soll auf dem Traktionsgeschäft liegen. Den Rest stellen die Kunden zur Verfügung.

Es gibt aber auch einen weiteren Unterschied zur Westbahn. Der Personenverkehr ist auf die Strecke von Wien nach Salzburg beschränkt. Der Fokus der Güterbahn soll jedoch in Zentraleuropa liegen. Gesteuert wird das Unternehmen aus Wien. Es soll aber Anbindungen nach Hamburg, Triest und Antwerpen geben.

Der Unterschied, der wohl am wesentlichsten im Hinblick auf die Westbahn ist, ist etwa, dass sich die Frachtbahn aufgrund der niedrigen Anlaufinvestitionen wesentlich schneller rechnen wird. Über die genauen Summen, die Haselsteiner in die Frachtbahn investieren wird müssen, ist noch nicht genaueres bekannt.

aktualisiert: 27.10.2019, 16:52 Uhr
Richard Baidinger
Email: rb@finanz.at
Redakteur, Ressort Wirtschaft und Finanzen
Experte für Wirtschaft und Finanzen
Redaktion | Kontakt | Wien
Richard Baidinger ist Experte und Redakteur für Bank- und Finanzwirtschaft aus Wien.

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WestbahnFrachtbahnGründungHaselsteiner

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