27.10.2019, 16:16 Uhr | von | Finanzen

Das Finanzamt überprüft gerade, wie der Parteienverkehr eingeschränkt werden könnte. An zwei Standorten in der Steiermark sollen künftig Anliegen über eine Hotline oder nur nach Terminabsprache geregelt werden.

Im Dezember wird in den Finanzämtern Judenburg und Liezen ein Pilotversuch gestartet. An den beiden Standorten in der Steiermark sollen Anliegen von Österreicherinnen und Österreichern künftig über eine österreichweite Hotline oder aber nach Terminabsprache abgewickelt werden. Dies berichtete die „Kleine Zeitung“. Sie beruft sich dabei auf ein ihr vorliegendes Papier, wonach das Ministerium in einem österreichweiten Pilotversuch mit vier Finanzämtern verschiedene Szenarien beziehungsweise Modelle für den Kundenumgang testen würde. Aus dem Finanzministerium heißt es jedoch, dass nichts konkret beschlossen sei.

An den Standorten Judenburg und Liezen soll es den Berichten der „Kleinen Zeitung“ zufolge für eine Kundin bzw. einen Kunden nur noch dann möglich sein, ins Finanzamt zu gelangen, wenn eine Voranmeldung getätigt wurde. Nicht angemeldete KundInnen können bis ins Foyer vordringen, wo Formulare aufliegen, die selbst auszufüllen sind. Diese können dann in weiterer Folge in den nebenstehenden Briefkasten eingeworfen werden.

Gemischte Gefühle bei den MitarbeiterInnen

Das Ziel des Pilotprojektes soll sein, die Anliegen möglichst vieler Kundinnen und Kunden telefonisch erledigen zu können. Hierfür soll es eine österreichweite Hotline geben. So soll man also nicht im eigenen Finanzamt anrufen können. Erst dann, wenn keine telefonische Lösung erzielt werden kann, kann ein Termin mit einem Beamten vereinbart werden. Einen solchen Termin könne man dann über die Internetseite oder telefonisch über eine zentrale Nummer vereinbaren. So ist es dem zuständigen Beamten möglich, sich auf den Termin vorzubereiten.

Pilotprojekt bis April

Das Finanzministerium bestätigte mittlerweile, dass das Pilotprojekt bis April andauern werden wird. In weiterer Folge soll dann evaluiert werden, wie die Bürgerinnen und Bürger das neue Tool der Terminvereinbarung annehmen. Es wird jedoch von Seiten des Finanzministeriums in Abrede gestellt, dass KundInnen keinen direkten Zugang mehr zum Finanzamt hätten. Österreich gibt es 39 Finanzämter mit gemeinsam 69 Standorten. Die Sprechstundenzeiten und Öffnungszeiten der unterschiedlichen Standorte unterscheiden sich teilweise deutlich, wie auch die Kundenfrequenz.

Das Finanzministerium beschreibt die probeweise zentrale Terminbuchungen als eine Art Zusatzleistung zu den derzeit vorliegenden Leistungen. Auch in Zukunft soll den Kundinnen und Kunden das Infocenter auf den Finanzämtern zur Verfügung stehen. Außerdem soll es auch weiterhin möglich sein, ohne Termin in das Finanzamt zu gehen und sich anzustellen. Ferner soll es auch die Möglichkeit einer Terminvereinbarung geben.

Mehr Informationen: Finanzamt

Richard Baidinger
Email: rb@finanz.at
Redakteur, Ressort Wirtschaft und Finanzen
Experte für Wirtschaft und Finanzen
Redaktion | Kontakt | Wien
Richard Baidinger ist Experte und Redakteur für Bank- und Finanzwirtschaft aus Wien.

Schlagwörter:

FinanzamtTerminvergabePilotprojekt

Melden Sie sich zum kostenlosen Newsletter an und erhalten Sie immer aktuelle Infos und News sofort per Email.
Mehr Schlagzeilen

Alle Informationen zu den Richtlinien finden Sie hier. Kontaktieren Sie uns für Ihr Feedback!