25.10.2019, 08:49 Uhr | von | Wirtschaft

Die Bahn möchte den Regionalverkehr massiv ausbauen und bietet nun neue Fernzüge nach Berlin, Brüssel oder Bozen an. Die Tickets dafür werden jedoch teurer.

Massiver Regionalverkehr Ausbau der ÖBB
Bild: pixabay.com / hpgruesen

Die ÖBB möchte sich als größtes Klimaschutzunternehmen des Landes positionieren. Daher ist es aus Sicht des Unternehmens gerade der richtige Moment, um bei den Zügen auszubauen. Ab 15. Dezember 2019 werden von der ÖBB 4 Millionen zusätzliche Zugkilometer angeboten. Dies soll laut dem Bahnchef Matthä die größte Ausweitung der vergangenen Jahre bzw. Jahrzehnte sein.

Nachfolgend finden sich die wesentlichen Änderungen des Ausbaus:

  1. Mehr Nachtzüge

Ein Highlight der Änderungen, die vorgenommen werden sollen, ist etwa die Nachtverbindung zwischen Wien und Brüssel. Diese soll im Jänner zweimal wöchentlich starten. Das sollen aber nicht die letzten Destinationen des ÖBB Nightjet sein. Auch mit anderen Staatsbahnen soll die ÖBB in Kontakt sein. Hierbei ist Schweden kein uninteressanter Kandidat. Die Bahn konnte ein Nachfrageplus von 11 % verzeichnen. Besonders beliebt sind Züge nach Rom oder Hamburg. Auf der Strecke von Wien nach Bregenz gab es einen Zuwachs von 20 %.

  1. Neue Fernzüge

Mehr als 50 % der rund 300 Fernverbindungen machen internationale Fernzüge aus. Diese sollen nun auch noch weiter ausgebaut werden. Täglich sollen Fahrgäste von Wien über Salzburg und Innsbruck nach Bozen gebracht werden. Von Graz geht es über Wien und Krakau nach Przemysl in Polen. Außerdem geht es von Wien aus über Ungarn nach Satu Mare in Rumänien. Ab Mai 2020 soll den Fahrgästen überdies eine weitere Direktverbindung nach Berlin zur Auswahl stehen.

  1. Verbesserte Intervalle

Einen massiven Ausbau des Nahverkehrs, sowie des Regionalverkehrs, soll einen neuen Fahrplan bringen. So soll es in der Ostregion ein Plus von 10 % geben – dies mit verbesserten Intervallen und längeren Betriebszeiten. Auf der Strecke von Sankt Pölten nach Wien soll laut Matthä niemand mehr auf das Auto angewiesen sein. Aber auch im nationalen Fernverkehr soll es neue Verbindungen geben.

  1. Neue Services

Auch neue Services wurden seitens der ÖBB angekündigt. Im Railjet soll es künftig etwa Absperrmöglichkeiten für Reisetaschen und Koffer geben. Die Einführung soll im zweiten Halbjahr des Jahres 2020 stattfinden. Funktionieren soll dieses System mit Bankomat- oder Kreditkarte. Außerdem werden ab 2020 die Nightjets nach und nach mit WLAN ausgestattet werden. In den Kinderecken in den Railjets soll es eine Entwicklung des Kinderkinos zur Spielecke geben, also von digital zu analog.

  1. Mehr Car-Sharing

Außerdem soll das ÖBB Car-Sharing „Rail & Drive“, welches derzeit in etwa 5000 Mal pro Monat benutzt wird, ausgebaut werden. Zum jetzigen Zeitpunkt können an 27 Standorten Autos ausgeliehen werden. An 12 der 27 Standorte sind auch Elektrofahrzeuge erhältlich. In Planung befinden sich weitere E-Standorte in Klagenfurt, Graz und Innsbruck. Auf lange Sicht möchte die Bahn durchgängig Elektromobilität anbieten.

  1. Teurere Tickets

Tickets werden mit dem neuen Fahrplan um durchschnittlich 1,9 % teurer. Davon betroffen sind jedoch nicht Verbundkarten, ebenso wenig die Preise für die ÖBB Vorteilskarte. Was jedoch teurer wird ist die Österreichkarte. So soll die Strecke von Wien nach Linz ab Mitte Dezember mit der Vorteilskarte 19,30 € kosten anstatt wie bisher 18,70 €. Die Strecke von Wien nach Innsbruck oder Wien nach Salzburg soll ebenso um 0,60 € teurer werden. All jene, die im Jahre 2020 ihren 18. Geburtstag feiern werden, können sich über ein Geschenk der ÖBB freuen. Sie bekommen nämlich eine kostenlose Vorteilskarte.

  1. Weniger Westbahn

Mit 15. Dezember ändert sich auch bei der privaten Westbahn etwas. Bei der Verbindung von Wien nach Salzburg wird wie bereits angekündigt vom Halbstundentakt auf Stundentakt umgestellt. Zwischen Salzburg und Wien sollen jedoch von Montag bis Donnerstag die Züge weiterhin in der Früh und am Nachmittag halbstündig fahren. Freitag bis Sonntag sollte es ebenfalls Zusatzzüge geben, die jedoch eine Verbindung zwischen Wien und Linz herstellen und nur teilweise bis Salzburg fahren. Außerdem fährt die Westbahn ab Dezember nur noch am Westbahnhof ab.

  1. Modernere Zugflotte

Eine weitere Veränderung soll es im Bereich der Zugflotte geben. Diese soll moderner werden. In der Ostregion soll es schon im Sommer 24 weitere Cityjets geben. Außerdem erhalten etwa 100 Doppelstockwagen ein Upgrade. Die Bahn investiert insgesamt 2,8 Milliarden € in neue Züge, eine Service Initiative und Umrüstungen.

aktualisiert: 25.10.2019, 08:49 Uhr
Richard Baidinger
Email: rb@finanz.at
Redakteur, Ressort Wirtschaft und Finanzen
Experte für Wirtschaft und Finanzen
Redaktion | Kontakt | Wien
Richard Baidinger ist Experte und Redakteur für Bank- und Finanzwirtschaft aus Wien.

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