22.10.2019, 12:56 Uhr | von | Börse

Investoren von Nestle, die sich bereits auf eine Sonderdividende oder ein anderes Rückkaufprogramm gefreut hatten, lagen richtig.

Aktionäre von Nestle werden mit 20 Milliarden Franken erfreut
Bild: Finanz.at / pixabay.com (Montage)

Im Sommer Quartal ist Nestle ein wenig langsamer gewachsen als zuletzt. Im dritten Quartal lag das organische Umsatzwachstum, welches um Sondereffekte bereinigt wurde, bei 3,7 %. Im Quartal davor lag dieses noch bei 3,5 %. Dies teilte Nestle am vergangenen Donnerstag mit. Es ist das erste Mal seit langer Zeit, das Nestle nicht von Preiserhöhungen profitieren konnte.

In den ersten neun Monaten des Jahres 2019 wuchs der Umsatz des Konzerns auf 68,4 Milliarden Franken, umgerechnet 62,2 Milliarden €. Nestle versucht weiterhin ein organisches Plus von rund 3,5 % und eine operative Gewinnmarge von rund 17,5 % oder mehr anzustreben.

Bis 2022 möchte der Konzern außerdem erneut bist zu 20 Milliarden Franken an die Aktionäre ausschütten. Dies soll vor allem in Form von Aktienrückkäufen passieren. Ein anderer Teil des Geldes könnte aber auch über eine Sonderdividende fließen. Das hat jedoch zur Voraussetzung, dass Nestle das Geld nicht für Rückkäufe benötigt. Aktuell läuft gerade ein Aktienrückkaufprogramm mit einem Umfang von ebenfalls 20 Milliarden Franken, welches jedoch mit Jahresende ausgelaufen sein wird.

Vor nicht allzu langer Zeit hatte Nestle den rund 10 Milliarden Franken schweren Verkauf des Hautpflegesektors Nestlé Skin Health abgeschlossen. Aber auch das Fleischwarengeschäft des Konzerns Nestle unter der Marke Herta wurde auf den Prüfstand gestellt. Die strategischen Optionen werden laut dem Unternehmen noch geprüft. Bis zum Jahresende soll die Prüfung jedoch abgeschlossen sein. Nestle möchte sich mit einem möglichen Verkauf auf die veränderten Konsumgewohnheiten der Menschen anpassen. Denn in vielen Ländern sinkt gerade die Nachfrage nach Fleisch, da die Menschen vermehrt zu vegetarischen Produkten greifen.

Umbau im Wassergeschäft

Die genannten Maßnahmen sind Teil des Umbaus von Firmenchef Schneider. In den vergangenen Jahren hat er sich von den nicht zum Kerngeschäft gehörenden Geschäftsbereichen beziehungsweise allen jenen, die schwächelten getrennt. Das Geld hat er dann wiederum in Bereiche, sogenannte Wachstumsbereiche, wie etwa Babynahrung, Tiernahrung, Wasser, Kaffee oder aber auch das Geschäft mit gesunden Lebensmitteln investiert. Diese Maßnahmen sollen dem Konzern helfen, bis 2020 wieder zu den alten Wachstumsraten zurück zu kommen.

Gleichzeitig wird das Wassergeschäft umgebaut, welches in letzter Zeit in einigen Regionen nicht gut gelaufen ist. So soll die Geschäftseinheit zukünftig nicht mehr zentral geführt werden, sondern in drei große geographische Zonen der Gruppe integriert werden. Auch diese Maßnahme soll dazu beitragen, das Wachstum erneut zu beschleunigen. Zum Wassergeschäft von Nestle gehören Marken wie Acqua Panna, S. Pellegrino und Perrier.

aktualisiert: 22.10.2019, 12:56 Uhr
Richard Baidinger
Email: rb@finanz.at
Redakteur, Ressort Wirtschaft und Finanzen
Experte für Wirtschaft und Finanzen
Redaktion | Kontakt | Wien
Richard Baidinger ist Experte und Redakteur für Bank- und Finanzwirtschaft aus Wien.

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AktienAusschüttungInvestorenNestleDividende

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