21.10.2019, 14:12 Uhr | von | Börse

Viele Menschen wollen zwar ihr Geld vermehren, gleichzeitig jedoch nicht zu viel riskieren. Alle Betroffenen sollten nach Norwegen blicken.

Norwegen: Wie jeder reich werden kann
Bild: Finanz.at / pixabay.com (Montage)

Der norwegische, weltgrößte Staatsfonds ist vielleicht nicht nur in allen Punkten überzeugend, er verwaltet jedoch 9,8 Billionen norwegische Kronen, was umgerechnet 954 Milliarden Euro sind. Der Fonds hatte beispielsweise vor Kurzem darüber berichtet, politisch korrekt aus Beteiligungen an Ölindustrie-Firmen auszusteigen, obwohl er selbst Einkünfte aus der norwegischen Öl- und Gasförderungen einspeist. Dennoch kann die Art und Weise, wie der Fonds sein Vermögen anlegt, um für jene Generationen vorzusorgen, wenn kein Erdöl mehr auf der Welt vorhanden sein wird, kann als Vorbild angesehen werden.

Seit dem Jahr 1998 darf der norwegische Staatsfonds auch in Aktien investieren. Seit diesem Zeitpunkt war es dem Fonds möglich, jährlich durchschnittlich 6 Prozent an Kursgewinnen zu erzielen. Mit diesem Wert konnte der norwegische Staatsfonds den deutschen DAX schlagen, der einen jährlichen Gewinn von durchschnittlich 4 Prozent vorweisen kann. In etwa 30 Prozent der norwegischen Gelder sind in Anleihen investiert, 3 Prozent in Immobilien. Das Gesetz erlaubt der Zentralbank, welche das Geld im Auftrag des Finanzministeriums verwaltet, maximal 70 Prozent des zur Verfügung stehenden Geldes in Aktien zu investieren. Zu diesem Zeitpunkt liegt der prozentuale Wert, der in Aktien investiert ist, ein wenig unter den besagten 70 Prozent.

Bei den Investitionen des norwegischen Staatsfonds ist die Streuung der Investitionen relativ groß, denn die Beteiligungen beinhalten etwa 9.000 Unternehmen in 70 Ländern. Norwegen ist nicht dabei, da der Fonds nicht in Norwegen investieren darf.

Wer denkt, dass die Fondsmanager in besonders riskante, aber bei Erfolg gewinnbringende Unternehmen investieren, irrt. Die Anlagestrategie des norwegischen Staatsfonds ist nämlich sehr konservativ. Die Fondsmanager haben große Trends, die sich in der Wirtschaft entwickelt haben, nicht übersehen, haben jedoch dennoch einen konservativen Grundsatz, der wiederum zeigt, dass man auch mit viel Geduld sein Geld auf eine relativ gefahrenlose Art und Weise vermehren kann.

Richard Baidinger
Email: rb@finanz.at
Redakteur, Ressort Wirtschaft und Finanzen
Experte für Wirtschaft und Finanzen
Redaktion | Kontakt | Wien
Richard Baidinger ist Experte und Redakteur für Bank- und Finanzwirtschaft aus Wien.

Schlagwörter:

NorwegenStaatsfondsInvestment

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