Vapiano Österreich kurz vor der Insolvenz

20.10.2019, 12:05 Uhr | von | Wirtschaft

Der Mutterkonzern aus Köln muss Vapiano erneut finanziell aushelfen. Trotz der wirtschaftlich schlechten Lage von Vapiano werden mehr Lokale in Österreich eröffnet.

Vapiano Österreich kurz vor der Insolvenz
Bild: Finanz.at / pixabay.com (Montage)

Vapiano Österreich, eine Restaurantkette, schreibt rote Zahlen. Mit einer neuen Speisekarte und einem IT Update möchte es Vapiano schaffen, aus den roten Zahlen zu kommen.

Vapiano Österreich hat seinen Verlust im vergangenen Geschäftsjahr von 1,7 auf 1,4 Millionen Euro reduzieren können. Dennoch ist ein negatives Eigenkapital von 5,3 Millionen Euro kein gutes Zeichen für die Wirtschaftlichkeit eines Unternehmens. Der Mutterkonzern von Vapiano, welcher in Köln ansässig ist, musste erneut finanziell aushelfen, um eine Überschuldung des Tochterunternehmens gemäß des Insolvenzrechts abzuwenden. Bereits im Jahre 2017 hat der Kölner Mutterkonzern der österreichischen Tochter finanziell unter die Arme gegriffen.

Vapiano Österreich ist trotz der aktuellen Lage zuversichtlich. Laut eigenen Angaben soll ab 2020 ein positiver Cashflow und ab 2021 ein Gewinn generiert werden. In der Vergangenheit eröffnete man immer mehr Lokale. Dies hatte zur Folge, dass die Umsatzzahlen zunächst kräftig gestiegen. Das Geschäftsergebnis vermittelt jedoch den Eindruck, dass die Strategie der Expansion derzeit nicht fruchtet. Nichtsdestotrotz wurden heuer bereits zwei Restaurants in Wien eröffnet. Der Konzern meint hierzu, dass es eine natürliche Anlaufphase gäbe, bis Vorgänge reibungslos funktionieren können.

Vapiano Österreich – Zahlen und Fakten

In Österreich gibt es derzeit insgesamt 17 Lokale der Restaurantkette. In 33 Ländern betreibt Vapiano 235 Standorte. Das Mutter-Unternehmen hat die Intention, noch weiter zu wachsen. Im laufenden Geschäftsjahr sind bis zu 15 Neueröffnungen von Unternehmen geplant, hauptsächlich in den Kernmärkten wie Deutschland, Frankreich und Österreich. Die Chefin von Vapiano möchte dahingegen jedoch Standorte, die nicht profitabel sind, schließen. In Österreich soll es nach Angaben des Unternehmens jedoch keine geplanten Schließungen geben.

Neue Speisekarte von Vapiano

Eine weitere Maßnahme, die vom Unternehmen vorgenommen wird, ist es, dass Gasterlebnis zu verbessern. Italienische Speisen werden individuell vor dem Kunden zubereitet. Dieses Konzept hatte jedoch zur Folge, dass viele Kunden lange Wartezeiten hinnehmen mussten. Um diese jetzt zu reduzieren, will man nicht nur die Speisekarte, sondern auch die Prozesse innerhalb des Unternehmens optimieren. Genaueres wurde zu diesem Zeitpunkt jedoch vom Unternehmen nicht verraten. Was verraten wurde, ist, dass das Hauptaugenmerk weiterhin auf den Klassikern der italienischen Küche liegen wird. Außerdem soll das IT System weiterhin verbessert werden, sodass das digitale bestellen einfacher und reibungsloser abläuft. Ziel des Unternehmens ist es, die Kunden, die in den letzten Jahren verloren wurden, wieder zurückzugewinnen. Dies würde nicht nur das Unternehmen, sondern auch Anleger glücklich machen. Die die Vapiano Aktien standen vor einem Jahr noch bei 12 Euro, heute bei nur mehr 4 Euro pro Aktie.

aktualisiert: 20.10.2019, 12:05 Uhr
Richard Baidinger
Email: rb@finanz.at
Redakteur, Ressort Wirtschaft und Finanzen
Experte für Wirtschaft und Finanzen
Redaktion | Kontakt | Wien
Bio: Richard Baidinger ist Experte und Redakteur für Bank- und Finanzwirtschaft aus Wien.

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