15.10.2019, 15:25 Uhr | von | Wirtschaft

Das Abfertigungsunternehmen fürchtet um den Verlust der Lizenz des Flughafen Wien-Schwechat. Dies könnte nicht nur das Aus für das Unternehmen bedeuten, sondern auch 450 MitarbeiterInnen könnten ihren Job verlieren.

Wien-Schwechat: Demonstrationsdrohungen von Bodenabfertigungsunternehmen Celebi
Bild: Finanz.at / pixabay.com (Montage)

Heute, 15.10.2019, entscheidet sich am Flughafen Wien-Schwechat, wer ab 01.01.2020 die Bodenabfertigung übernehmen wird. Wird die Lizenz der derzeit tätigen Bodenabfertigungsfirma Celebi Ground Handling nicht verlängert, könnte dies das Aus für das Unternehmen bedeuten.

EU-Regeln zufolge muss es neben dem Flughafen selbst ein weiteres Unternehmen geben, welches mit der Bodenabfertigung betraut ist. In Wien-Schwechat bekam die Celebi Gorund Services GmbH im Jahre 2014 die Zulassung vom Verkehrsministerium für sieben Jahre. Das Bodenabfertigungsunternehmen ist beispielsweise bei den Fluglinien British Airways, Air France oder Air Lingus für die Bodenabfertigung verantwortlich. Der Bescheid des Verkehrsministeriums wurde jedoch vom Bundesverwaltungsgericht aufgehoben.

Protest könnte Ausfälle und Verspätungen zur Folge haben

Dem Unternehmen droht das Aus, sofern die Lizenz, welche nun mit Ende des Jahres abläuft, nicht verlängert werden sollte. Dies würde zur Folge haben, dass 450 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihren Job verlieren würden. Diese werden vorsorglich beim Frühwarnsystem des Arbeitsmarktservice gemeldet. Sollte das Unternehmen ihre Lizenz verlieren, plant man Demonstrationen mit der Belegschaft vor dem Verkehrsministerium. Dies könnte wiederum zu Flugausfällen und Verspätungen führen, wie es bereits letzte Woche der Fall war. Rund 100 der 600 Flüge, die in Wien-Schwechat täglich gezählt werden, werden von Celebi abgewickelt.

Ein Betriebsübergang ist jedoch auch möglich. Dies würde bedeuten, dass das neue Unternehmen – sofern die Lizenz von Celebi nicht verlängert werden sollte – nicht nur die Räumlichkeiten und das Equipment, sondern auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unter den gleichen Bedingungen übernehmen würde. Wenn Celebi jedoch eine Verlängerung der Lizenz zugesprochen bekommt, so würde ohnehin alles so bleiben, wie es gerade ist. Insgesamt gibt es acht Bewerber, die sich für eine Lizenz des Flughafen Wien-Schwechat beworben haben. Celebi ist aber dem Anschein nach nicht erstgereiht. Swissport, ein Schweizer Unternehmen, und die Airline Assistance Switzerland AG (ASS) seien besser gereiht. Andere Bewerber sind unter anderem Wisag und AeroGround.

aktualisiert: 15.10.2019, 15:25 Uhr
Richard Baidinger
Email: rb@finanz.at
Redakteur, Ressort Wirtschaft und Finanzen
Experte für Wirtschaft und Finanzen
Redaktion | Kontakt | Wien
Richard Baidinger ist Experte und Redakteur für Bank- und Finanzwirtschaft aus Wien.

Schlagwörter:

FlughafenBodenabfertigungDemonstrationenWien-Schwechat

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