09.06.2021, 09:00 Uhr | Wirtschaft
Neuer Vorschlag zu 1.000-Euro-Gutschein für jeden Haushalt
Bildquelle: Canva | Geldscheine

Kommt nun der Corona-Tausender? Die Sozialdemokratie fordert abermals einen Gutschein für jeden Haushalt in Österreich in Höhe von 1.000 Euro zur Ankurbelung der Wirtschaft.

SPÖ-Parteivorsitzende Pamela Rendi-Wagner fordert zur Ankurbelung der heimischen Wirtschaft einen Konsumscheck von bis zu 1.000 Euro pro Haushalt. Der Scheck soll in Restaurants, beim Wirten, in der Hotellerie, in Fitnessstudios, bei Friseuren oder in der Kultur eingelöst werden können. Der Handel fordert eine solche Hilfe in Höhe von 500 Euro je Haushalt seit einem Jahr, auch die Gewerkschaft vida sprach sich für 1.000-Euro-Gutscheine für Urlaube und Gastronomie aus.

Scheck über 1.400 US-Dollar in den USA als Beispiel

In den USA hat der neue Präsident Joe Biden im März die Coronahilfen erheblich aufgestockt. Biden ließ unter anderem rund 400 Mrd. Dollar (329 Mrd. Euro) in Form von Schecks über jeweils 1.400 Dollar (1.151 Euro) an Amerikaner und Amerikanerinnen verschicken, die weniger als 80.000 Dollar im Jahr verdienen.

"Österreich-Gutschein" soll Impuls für die Wirtschaft sein

Rendi-Wagner möchte den "Österreich-Gutschein" für alle Haushalte, unabhängig vom Einkommen. "Das wichtigste Ziel ist, einen belebenden Impuls zu setzen für die heimische rot-weiß-rote Wirtschaft. Da ist es völlig unerheblich, wer diesen Gutschein am Ende einlöst", sagte die Sozialdemokratin am Dienstag vor Journalisten. Entscheidend sei eine rasche und unbürokratische Hilfe für kleinere und mittlere Betriebe, die besonders krisengefährdet seien. Auch jetzt nach den Öffnungen seien die Umsätze noch nicht auf dem Niveau von vor der Krise, sondern nur bei 50 Prozent.

Gutschein würde 3,5 Milliarden Euro kosten

Die Gutscheine sollen an rund 3,9 Millionen österreichische Haushalte übermittelt werden. Single-Haushalte sollen 700 Euro bekommen, Zwei- oder Mehr-Personen-Haushalte 1.000 Euro. Die Kosten bezifferte Rendi-Wagner mit rund 3,5 Mrd. Euro.

Wiener Gastro-Gutschein im Mai 2020 als Vorbild

Vorbild in Österreich ist die Wiener Gastro-Gutschein-Aktion vom vergangenen Jahr. Der Gastro-Gutschein wurde Mitte Mai 2020 - also unmittelbar vor der Wiedereröffnung der Lokale nach dem ersten Corona-Lockdown - vorgestellt. Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) bewarb die mit Steuergeld finanzierte Aktion massiv, was ihm mit Blick auf die anstehende Wien-Wahl auch Kritik einbrachte. Ein-Personen-Haushalte bekamen 25 Euro, Mehr-Personen-Haushalte 50 Euro.

Regierungszustimmung wohl nicht zu erwarten

Die Regierung wird diesem Vorschlag nicht zustimmen. Bereits zu Beginn der Corona-Krise versprach die türkis-grüne Bundesregierung einen Bonus für die "HeldInnen der Krise". Dieser lies bisher jedoch auf sich warten. Viele Unternehmen haben daher ihre Mitarbeiter selbst mit bestimmten Boni "belohnt". Bonus-Zahlungen gab es nur bei wenigen Jobs im Handel.

(APA / Redaktion)

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