16.03.2021, 11:45 Uhr | von | Arbeitnehmer
Arbeitslosigkeit auf 468.500 gesunken - Reform des Arbeitslosengeldes geplant
Bildquelle: Finanz.at | Arbeitsmarktservice

Der Arbeitsmarkt in Österreich entspannt sich zunehmend. Derzeit sind noch 393.500 Personen beim AMS als arbeitslos gemeldet und 75.000 in Schulungen. Eine Reform des Arbeitslosengeldes sei laut Arbeitsminister Kocher (ÖVP) notwendig - allerdings erst nach Ende der Coronakrise.

Die Arbeitslosigkeit in Österreich sinkt weiter: Derzeit sind 393.500 Personen beim AMS arbeitslos gemeldet und 75.000 in Schulungen. Das ist ein Rückgang zur Vorwoche um 12.200 arbeitslose Personen. Die Zahl der Arbeitslosen (ohne Schulungen) liege damit erstmals wieder unter 400.000, sagte Arbeitsminister Martin Kocher (ÖVP) am Dienstag bei einer Pressekonferenz im Bundeskanzleramt. Weiters gebe es rund 480.000 Voranmeldungen zur Kurzarbeit, diese Zahlen bleiben konstant.

Der Arbeitsmarkt sei derzeit zweigeteilt, zwischen den geschlossenen Branchen wie Gastronomie und Hotellerie und der Industrie, die teilweise floriere, sagte Kocher. Er erwarte eine weitere Erholung, wenn es nicht zu einem neuerlichen Lockdown komme.

Auch Wirtschaftsentwicklung erholt sich langsam

Die Wirtschaftsentwicklung (BIP) lag in der ersten Märzwoche um rund 6 Prozent unter dem Vorjahreswert. Damit habe sich der Aufwärtstrend fortgesetzt, sagte Finanzminister Gernot Blümel (ÖVP). Mit 33,5 Mrd. Euro zugesagten oder schon ausbezahlten Coronahilfen habe Österreich mehr als andere Länder die Wirtschaft unterstützt.

Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck (ÖVP) kündigte eine digitale Qualifizierungsoffensive ab Freitag mit 7,6 Mio. Euro an, die Unternehmen für die Weiterbildung ihrer Beschäftigten zur Verfügung gestellt werden.

AMS-Reform: Strafzahlungen und Boni für Arbeitslose

"Wir machen uns Gedanken über die Höhe des Arbeitslosengeldes, daher müssen wir das ganze Universum von Regeln beim Arbeitslosengeld betrachten. Die Vermittlung muss effizienter werden. Das kann mit Sanktionen passieren – aber auch mit Belohnungen", erklärt Minister Kocher in einem Interview mit dem Nachrichtenmagazin "profil" vor wenigen Tagen.

Die Reform des Arbeitslosengeldes soll erst nach Ende der Corona-Pandemie umgesetzt werden. Darin könnten also auch Straf- bzw. Bonus-Zahlungen für Arbeitslose enthalten sein. Auch die Gleichberechtigung von Frauen soll verbessert werden. Diese waren durch die Coronakrise noch stärker in eine Schieflage geraten, wie Kocher erklärt. So liege die Teilzeitquote für Frauen etwa bei 47 Prozent.

(APA / Redaktion)

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Daniel Herndler
Email: dh@finanz.at
Chef-Redakteur, Ressort-Leiter Steuern und Finanzen
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Daniel Herndler ist Wirtschaftsjournalist, Herausgeber und Chef-Redakteur des Nachrichtenportals Finanz.at. Seine Schwerpunkte liegen in den Bereichen Steuern, Finanzen und Wirtschaft.

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