17.01.2021, 20:15 Uhr | von | Wirtschaft
Lockdown-Verlängerung: Diese neuen Hilfen gibt es für betroffene Unternehmen
Bildquelle: APA | Gernot Blümel

Aufgrund der Verlängerung des Lockdowns bis 08. Februar bzw. voraussichtlich Ende Februar für viele Branchen kündigte die Bundesregierung neue Hilfen für Unternehmen an. Direkt und indirekt betroffene Betriebe können zusätzlich einen Ausfallbonus von 30 Prozent - maximal jedoch 60.000 Euro pro Monat beantragen.

Die Regierung wird Unternehmen in der Lockdownverlängerung mit einer weiteren Wirtschaftshilfe unterstützen. Zusätzlich zu Fixkostenzuschuss und Verlustersatz können Unternehmen einen "Ausfallsbonus" beantragen, sagte Finanzminister Gernot Blümel (ÖVP) am Sonntag. Dieser kann bis zu 30 Prozent des Umsatzes der Vergleichsperiode und 60.000 Euro im Monat betragen. Berechtigt sind Firmen mit 40 Prozent oder mehr Umsatzrückgang. Die Maßnahme wird rund eine Milliarde Euro kosten.

Ausfallsbonus für alle betroffenen Unternehmen

Der Ausfallsbonus wird für alle Unternehmen gelten, die direkt oder indirekt wegen Geschäftsschließungen keinen Umsatz machen können. Die Hälfte der Unterstützungsmaßnahme (bis zu 15 Prozent des Umsatzes) ist ein neu dazukommender Umsatzersatz, die andere Hälfte ein Vorschuss auf den Fixkostenzuschuss.

EU-Recht begrenzt Auszahlungshöhe

Ein Problem bleibe, dass laut EU-Recht jedes Unternehmen in Summe als Beihilfe maximal 3 Millionen Euro für den Verlustersatz bzw. 800.000 Euro beim Fixkostenzuschuss erhalten darf und der neue Ausfallsbonus dort hineingerechnet wird. Österreich bemühe sich gemeinsam mit Deutschland, Dänemark und Tschechien um eine Erhöhung dieses Deckels, so Blümel. Jedenfalls sei jetzt schon klar, dass die 800.000 Euro-Grenze auf 1 Millionen Euro steigt.

Dafür hat die EU eine andere Beihilfenregel (De-minimis-Regel) angepasst. Österreich bemüht sich aber um eine weitere Anhebung der Obergrenze. Auch gilt die EU-Grundlage für alle Corona-Hilfen derzeit bis Ende Juni - auch hier hängt eine Verlängerung, so sie nötig ist, von der EU-Kommission ab.

Vergleichsperiode aus 2019

Die Vergleichsperiode für den Ausfallsbonus ist das gleiche Monat 2019. Um das Geld via Antrag in FinanzOnline zu bekommen, müsse man "vier Mal anklicken, die Summe der Einnahmen aus dem Vergleichsmonat angeben, und dann fließt das Geld" versprach Blümel. "Irgendwann in diesem Jahr" müsse man auch einen Antrag für den Fixkostenzuschuss 2 stellen, das könne aber auch nach dem Antrag auf Ausfallsbonus geschehen.

Im November - als der Umsatzersatz noch 80 Prozent des Umsatzes betrug - gab es kein Geld für indirekt betroffene, so Blümel. Die Unternehmen hätten nun aber einerseits Planungssicherheit und andererseits eine einfache Beantragung als vordringlichste Ziele genannt.

Auch Gastronomie und Hotellerie bestmöglich unterstützen

Tourismusministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) wies darauf hin, dass die Schließung der Hotellerie im Februar, dem stärksten Monat im Wintertourismus mit zuletzt 17 Mio. Nächtigungen, "eine wirtschaftliche Katastrophe" sei. Man werde die Unternehmen der Hotellerie und Gastronomie "bestmöglich unterstützen". Blümel wies darauf hin, dass die Hilfsmaßnahmen der Bundesregierung sichergestellt hätten, dass es seit März 2020 in Österreich um 30 Prozent weniger Insolvenzen als im Vergleichszeitraum gab. Für Köstinger ist das "ein untrügliches Zeichen, dass die Wirtschaftshilfen der Bundesregierung auch ankommen".

Allerdings müsse sich der Tourismus darauf einstellen, dass es auch nach der Coronapandemie eine herausfordernde Zeit geben werde. "Der Tourismus, die Reisefreiheit, das wird alles noch Jahre dauern, bis es sich vollständig erholt hat".

(APA / Redaktion)

Daniel Herndler
Email: dh@finanz.at
Chef-Redakteur, Ressort-Leiter Steuern und Finanzen
Experte für Finanzen, Steuern, Wirtschaft, Arbeitnehmer
Redaktion | Kontakt | Twitter: @DanielHerndler | Salzburg
Daniel Herndler ist Wirtschaftsjournalist, Herausgeber und Chef-Redakteur des Nachrichtenportals Finanz.at. Seine Schwerpunkte liegen in den Bereichen Steuern, Finanzen und Wirtschaft.

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