04.01.2021, 10:40 Uhr | von | Arbeitnehmer
Arbeitslosenzahlen: 521.000 Personen Ende Dezember ohne Job
Bildquelle: Finanz.at | Arbeitsmarktservice

Ende Dezember waren 520.919 Personen beim Arbeitsmarktservice (AMS) arbeitslos gemeldet oder in Schulung. Das sind um 113.047 mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote lag bei 11 Prozent. Eine Verdoppelung der Zahlen gab es gegenüber Vorjahr im Tourismus.

Seit über zehn Monaten bestimmt die Coronakrise die Lage am Arbeitsmarkt. Die Zahl der Arbeitslosen und Schulungsteilnehmer lag Ende Dezember im Vergleich zum Vorjahresmonat um knapp 28 Prozent höher. 520.919 waren arbeitslos gemeldet oder in Schulung, das sind um 113.047 mehr als vor einem Jahr. Erstmals gibt es im Winter 2020/2021 mehr als 500.000 Arbeitslose.

Arbeitslosenquote in Dezember auf 11 Prozent

Der coronabedingte Höchststand war Mitte April mit 588.000 Jobsuchenden erreicht worden. Die Arbeitslosenquote belief sich im Dezember in Österreich laut Arbeitsmarktservice (AMS) auf 11 Prozent, das war um 2,5 Prozentpunkte höher als im Dezember 2019. Die Zahl der un selbstständig Beschäftigten ging im Vergleich zum Vorjahresmonat laut Prognose um 1,4 Prozent auf 3,716 Millionen zurück. Die Anzahl der sofort verfügbaren Stellen schrumpfte um 22,7 Prozent auf 50.610. Die Zahl der Personen in Kurzarbeit ist im Vergleich zum Vormonat um 140.000 gestiegen. Derzeit befinden sich laut Arbeitsministerium 417.113 Personen in Kurzarbeit.

"Ende Dezember 2020 zeigt der fehlende Saisonstart im Wintertourismus deutliche Auswirkungen auf die krisenbedingte Arbeitslosigkeit", so Arbeitsministerin Christine Aschbacher (ÖVP) am Montag in einer Aussendung. "Gemeinsam mit den saisonalen Effekten im Bau, die sich im üblichen Rahmen bewegen, ist die Situation am Arbeitsmarkt derzeit enorm herausfordernd", sagte die Arbeitsministerin. "Das seit Jahrzehnten schwierigste Jahr am Arbeitsmarkt verabschiedet sich mit auch wirklich schlechten Arbeitslosenzahlen", kommentierte AMS-Vorstand Johannes Kopf die aktuellen Zahlen. Der dritte Lockdown führe zu einer mehr als Verdopplung der Arbeitslosigkeit in Gastronomie und Tourismus gegenüber dem Vorjahr.

AMS-Vorstand Kopf fordert Ausbildung für Aufschwung

Die derzeitige Krise, ausgelöst durch die Corona-Pandemie, ist die größte Arbeitsmarktkrise seit dem Zweiten Weltkrieg. "Nach der Krise kommt der Aufschwung", ist der Vorstand des Arbeitsmarktservice (AMS), Johannes Kopf, im APA-Interview überzeugt. Dafür müssten schon jetzt Arbeitslose umgeschult und ausgebildet werden.

Sorgen bereitet dem AMS-Vorstand die stark gestiegene Zahl der Langzeitarbeitslosen. Ende November gab es um 36 Prozent mehr Langzeitbeschäftigungslose als im Jahr davor, nämlich 128.000 Personen. Natürlich sei auch die Flüchtlingsintegration auf dem Arbeitsmarkt durch die Krise gebremst worden.

(APA / Redaktion)

Mehr Informationen: Arbeitslosengeld

aktualisiert: 04.01.2021, 10:53 Uhr
Daniel Herndler
Email: dh@finanz.at
Chef-Redakteur, Ressort-Leiter Steuern und Finanzen
Experte für Finanzen, Steuern, Wirtschaft, Arbeitnehmer
Redaktion | Kontakt | Twitter: @DanielHerndler | Salzburg
Daniel Herndler ist Wirtschaftsjournalist, Herausgeber und Chef-Redakteur des Nachrichtenportals Finanz.at. Seine Schwerpunkte liegen in den Bereichen Steuern, Finanzen und Wirtschaft.

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