05.12.2020, 20:34 Uhr | von | Steuern
Keine Steuererhöhungen für Weg aus der Krise
Bildquelle: Bundesministerium für Finanzen (BMF) | Finanzminister Gernot Blümel in Brüssel

Laut Finanzminister Gernot Blümel (ÖVP) wolle man auch ohne Steuererhöhungen einen Weg aus der Krise finden. Die Rückzahlung von Steuerschulden aufgrund der Corona-Krise wird bis März 2021 verlängert.

Corona-bedingte Steuerschulden können in einem längeren Zeitraum und zu günstigeren Zinssätzen abgestottert werden. Das kündigte Finanzminister Gernot Blümel (ÖVP) am Samstag in der Ö1-Reihe "Im Journal zu Gast" an. Ein entsprechender Beschluss soll bereits kommende Woche im Nationalrat gefällt werden. Schon bisher war bekannt, dass die Möglichkeit zu Stundungen von Mitte Jänner bis 31. März verlängert wird. Nunmehr werden auch die Rückzahlungsmöglichkeiten neu definiert.

Aktuell wäre es so, dass es nur eine einjährige Rückzahlungsfrist gäbe mit einem Zinssatz von 4,5 Prozent über dem Basiszins. Nun soll es laut Blümel flexiblere Möglichkeiten geben. Konkret vorgesehen ist eine Frist von bis zu drei Jahren mit einem Zinssatz von zwei Prozent über dem Basiszins.

Die Möglichkeit der Stundung von Steuerzahlungen für Unternehmen, die es seit März 2020 gibt, wird zudem bis 31. März 2021 verlängert. Bisher galt die Frist der Beantragung bis 15. Januar.

Keine Steuererhöhungen

Laut Finanzminister Blümel wolle man auch ohne Steuererhöhungen einen Weg aus der Krise finden. Bereits 2022 solle sich das Budget wieder normalisieren. Bisher hat die Bundesregierung rund 27 Milliarden Euro zur Bekämpfung der Wirtschaftskrise aufgewendet. Experten der Agenda Austria schätzen, dass bis zum Ende der Krise rund 100 Milliarden Euro notwendig sein werden.

Ein entsprechender Plan zur Stärkung der Wirtschafts- und Standortpolitik soll für eine budgetäre Normalisierung sorgen, hofft Blümel. Dann seien Steuererhögungen nicht notwendig.

Fixkostenzuschuss, Verlustrücktrag und weitere Abschreibungen

Unternehmen können in Österreich aufgrund der Corona-Pandemie mit unterschiedlichen Hilfen für 2020 und teilweise auch 2021 rechnen. So ist etwa der Fixkostenzuschuss seit Ende November beantragbar. Derzeit kann er maximal 800.000 Euro betragen. Eine höhere Auszahlung ist EU-rechtlich derzeit nicht möglich. Ein Anspruch ist bereits ab 30 Prozent Umsatzrückgang möglich.

Weitere Maßnahmen zur wirtschaftlichen Unterstützung sind neben Steuerstundungen und Einmalzahlungen seitens des Bundes auch der Verlustrücktrag oder die degressive Abschreibung.

(APA / Redaktion)

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Daniel Herndler
Email: dh@finanz.at
Chef-Redakteur, Ressort-Leiter Steuern und Finanzen
Experte für Finanzen, Steuern, Wirtschaft, Arbeitnehmer
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Daniel Herndler ist Wirtschaftsjournalist, Herausgeber und Chef-Redakteur des Nachrichtenportals Finanz.at. Seine Schwerpunkte liegen in den Bereichen Steuern, Finanzen und Wirtschaft.

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