08.07.2020, 13:00 Uhr | von | Wirtschaft
ÖBB rechnen mit Umsatzverlust von 740 Millionen Euro
Bildquelle: APA | ÖBB

Die ÖBB rechnet für 2020 mit einem Umsatzverlust von 740 Millionen Euro. Grund dafür ist der Rückgang an Personen- und Güterverkehr während der Coronakrise von bis zu 90 Prozent.

ÖBB-Generaldirektor Andreas Matthä hat schlechte Nachrichten für das Jahr 2020. Die Österreichischen Bundesbahnen erwarten einen Umsatzrückgang von 740 Millionen Euro. Bedingt durch die Coronakrise wird der Umsatzverlust im Güterverkehr rund 300 Millionen Euro und im Personenverkehr etwa 440 Millionen Euro betragen. Grund dafür ist ein schlagartiger Rückgang an Fahrgästen von etwa 90 Prozent.

740 Millionen Euro Verlust durch Coronakrise

Ein Teil des Umsatzverlustes kann von den ÖBB durch ebenfalls sinkende Ausgaben selbst aufgefangen werden. "Von den erwarteten 740 Millionen Euro Umsatzverlust werden wir selbst rund 300 auffangen, weil wir weniger Aufwand hatten, etwa bei Strom, Treibstoffe oder Waggonanmietungen, und anderseits durch Überstunden- und Urlaubsabbau und natürlich die Kurzarbeit, von der 6.000 Mitarbeiter betroffen waren. Außerdem haben wir die Auslastung im Güterverkehr optimiert. Trotzdem müssen wir heuer mit einem negativen Ergebnis vor Steuern im Ausmaß von rund 50 Millionen Euro rechnen", erklärt Generaldirektor Matthä.

Dass Auto und Rad zuletzt attraktiver wurden, bestätigt der Bahn-Chef: "Ein Teil der Pendlerinnen und Pendler fährt derzeit lieber mit dem Auto." Und er schränkt ein: "Das wird sich nach den ersten massiven Staus sicher wieder ändern."

Nicht ändern wird sich vorerst das Leben mit dem Virus. "Die Verpflichtung, Mund-Nasen-Schutz zu tragen, ist auch ein Grund, wobei ich dafür plädiere, öfter Masken zu tragen, denn das Virus ist nicht weg und eine zweite Welle können wir uns nicht leisten. Das ist für mich als Konsument weit weniger beschwerlich als für einen Supermarktkassierer, der den ganzen Tag Mundschutz tragen müsste", relativiert der Chef der Österreichischen Bundesbahnen. Sein Ausblick auf die nahe Zukunft: "Insbesondere im Fernverkehr wird uns eine Delle bleiben, weil Geschäftsreisende und Touristen ausbleiben."

Nachhaltigste Marke Österreichs

Die ÖBB gilt mit einem Marktwert von rund zwei Milliarden Euro als eine der wertvollsten und zugleich als nachhaltigste Marke Österreichs. Laut dem "Sustainable Brand Rating" wird das Unternehmen vom European Brand Institute nach den Kriterien der UN-Nachhaltigkeitsziele im Sektor Verkehr an der Spitze des Rankings gelistet.

(APA / Redaktion)

Daniel Herndler
Email: dh@finanz.at
Chef-Redakteur, Ressort-Leiter Steuern und Finanzen
Experte für Finanzen, Steuern, Wirtschaft, Arbeitnehmer
Redaktion | Kontakt | Twitter: @DanielHerndler | Salzburg
Daniel Herndler ist Wirtschaftsjournalist, Herausgeber und Chef-Redakteur des Nachrichtenportals Finanz.at. Seine Schwerpunkte liegen in den Bereichen Steuern, Finanzen und Wirtschaft.

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