25.09.2019, 10:30 Uhr | von | Finanzen

Die Forderungen von AK-Präsidentin Renate Anderl umfassen etwa einen Ökobonus für Pendler, den Ausbau von Öffis und eine Vier-Tage-Woche für 3,7 Millionen Beschäftigte in Österreich. Dafür brauche es Investitionen von mindestens zehn Milliarden Euro.

Arbeiterkammer fordert 10 Milliarden Euro an Investitionen für Klimaschutz
Bild: AK-Präsidentin Renate Anderl (Bildquelle: Sebastian Philipp, BAK)

Wien - Die Arbeiterkammer Wien veröffentlichte am Dienstag ihre Forderungen zum Klima- und Umweltschutz. Laut Arbeiterkammerpräsidentin Renate Anderl kann der Klimaschutz in Österreich nur mit den 3,7 Millionen Beschäftigten gelingen. Im Rahmen der Klimaschutzwoche fordert sie für die nächsten zehn Jahre mindestens zehn Milliarden Euro an Investitionen, um die Klimaziele erreichen zu können.

Vor allem die öffentlichen Verkehrsmittel sollen mit 5,5 Milliarden Euro ausgebaut werden, aber auch saubere Heiz- und Kühlsysteme. „Wir müssen an vielen Schrauben drehen. Es gibt intelligente Lösungen, die allen helfen, statt die einen gegen die anderen auszuspielen“, so Anderl.

Vier-Tage-Woche soll Umwelt schonen

Auch eine viel diskutierte Vier-Tage-Woche würde der Umwelt zugutekommen. Ein Recht auf die flexiblere Arbeitszeit würde dazu führen, dass Arbeitnehmer lange Fahrtzeiten einsparen würden. Im Rahmen des Zwölf-Stunden-Tages wurde die Arbeitszeitflexibilisierung zwar neu geregelt, ein allgemeines Recht auf die Vier-Tage-Woche blieb jedoch aus.

Die Arbeiterkammer hat errechnet, dass bei Nutzung der Vier-Tage-Woche von nur einem Fünftel der Beschäftigten in Österreich rund 885 Millionen Autokilometer und damit auch 130.000 Tonnen Treibhausgas jährlich eingespart werden können.

Energiewende

Durch ein erneuertes Energieeffizienzgesetz sollte laut AK-Präsidentin zudem die Umstellung auf Strom aus erneuerbaren Energien geschafft werden. Die Investitionen für diese Reform sind jedoch hoch. „Es kann nicht sein, dass die privaten Haushalte und die Kleinbetriebe den Großteil der nötigen Investitionen ins Stromnetz und den Ökostrom schultern“, so Anderl. „Nur mit einer deutlichen Reduktion des Energieverbrauches werden wir die Energiewende schaffen.“

Ökobonus für öffentliche Verkehrsmittel

Ein Ausbau der öffentlichen Verkehrsmittel ist nicht nur eines der kostenintensivsten, sondern auch eine der wichtigsten Maßnahmen im Kampf gegen den Klimawandel. Derzeit können viele Arbeitnehmer in Österreich keine Busse oder die Bahn für den Arbeitsweg nutzen. Das Angebot an Öffis ist vor allem im ländlichen Raum für viele Menschen unzureichend gegeben. Durch einen Ökobonus für Pendler und weitere Anreize für die Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln können mehrere tausend Tonnen CO2 pro Jahr eingespart werden.

Daniel Herndler
Email: dh@finanz.at
Chef-Redakteur, Ressort-Leiter Steuern und Finanzen
Experte für Steuern, Finanzen, Wirtschaft und Börse
Redaktion | Kontakt | Twitter: @DanielHerndler | Salzburg
Daniel Herndler ist Wirtschaftsjournalist, Herausgeber und Chef-Redakteur des Nachrichtenportals Finanz.at. Seine Schwerpunkte als Finanzexperte liegen in den Bereichen Steuern, Finanzen und Wirtschaft.

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ArbeiterkammerKlimaschutzUmweltKlimaForderungenVier-Tage-WocheÖkobonusÖffentliche Verkehrsmittel

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