28.01.2020, 11:45 Uhr | von | Finanzen

Die EU-Kommission plant die Abschaffung der Ein- und Zwei-Cent-Münzen. Dazu sind einheitliche Rundungsregeln notwendig, über die derzeit in Brüssel beraten wird.

EU will Abschaffung der Ein- und Zwei-Cent-Münzen
Bildquelle: Finanz.at / pixabay.com (Montage) | Euro- und Cent-Münzen

Laut einem Bericht der „Süddeutschen Zeitung“ plant die Kommission der Europäischen Union mittelfristig die Abschaffung der ungeliebten Ein- und Zwei-Cent-Münzen in der Eurozone. Die derzeit 19 Euroländer haben jedoch neben einer zwar einheitlichen Währung noch keine einheitlichen Rundungsregeln. Das stehe einer Abschaffung zum aktuellen Zeitpunkt etwa noch im Weg.

Die Idee von Kommissionpräsidentin Ursula von der Leyen ist, wie bereits in vielen anderen Staaten umgesetzt, auf 5-Cent-Beträge auf- oder abzurunden. Damit würden die Ein- und Zwei-Cent-Münzen obsolet werden.

Kritiker sehen darin den ersten Schritt in der Abschaffung des Bargelds, sowie eine Mögliche Teuerung durch das generelle Aufrunden der Preise. Bisher war eine Umsetzung an der Uneinigkeit der Mitgliedsstaaten gescheitert. Von der Leyen möchte am Mittwoch ihr Arbeitsprogramm vorstellen, in dem ein Plan zur Abschaffung enthalten sein wird.

Herstellung teurer als Münzwert

Die Herstellung der Cent-Münzen ist laut Recherchen des „Tagesspiegel“ deutlich teurer, als deren Münzwert. Die Produktion einer Ein-Cent-Münze etwa kostet 1,65 Euro-Cent, was den Wert der Münze als Zahlungsmittel um 0,65 Cent übersteigt. Eine Zwei-Cent-Münze kostet in der Herstellung sogar noch etwas mehr.

Im Jahr 2017 waren 115 Milliarden Euro-Münzen in Umlauf. Rund die Hälfte davon waren Ein- und Zwei-Cent-Münzen. Dadurch ergaben sich Mehrkosten seit der Einführung des Euro von über einer Milliarde Euro (Stand 2017). Gespart werden soll durch eine Abschaffung aber nicht nur die teure Herstellung, sondern unter anderem auch der Transport.

Irland als Vorreiter

Mehrere Staaten, darunter auch Irland, haben die unbeliebten Cent-Münzen bereits gänzlich abgeschafft. Rechnungsbeträge werden dort seit 2015 daher auf- beziehungsweise abgerundet. Auch Finnland geht mit den Münzen ähnlich um, wobei man dort bei der Einführung überhaupt nur sehr wenige der Cent-Stücke herausgegeben hat.

Daniel Herndler
Email: dh@finanz.at
Chef-Redakteur, Ressort-Leiter Steuern und Finanzen
Experte für Steuern, Finanzen, Wirtschaft und Börse
Redaktion | Kontakt | Twitter: @DanielHerndler | Salzburg
Daniel Herndler ist Wirtschaftsjournalist, Herausgeber und Chef-Redakteur des Nachrichtenportals Finanz.at. Seine Schwerpunkte liegen in den Bereichen Steuern, Finanzen und Wirtschaft.

Schlagwörter:

Zwei-Cent-MünzeEin-Cent-MünzeMünzenBargeldEU

Melden Sie sich zum kostenlosen Newsletter an und erhalten Sie immer aktuelle Infos und News sofort per Email.
Mehr Schlagzeilen