Grundsätzlich versteht man unter einem Termingeschäft, dass ein Käufer und ein Verkäufer eine Transaktion eines konkreten Objekts für die Zukunft vereinbaren. Dies ist der konkrete Unterschied zu den Kassageschäften, bei denen der Tausch kurz nach Vereinbarung über ein Geschäft erfolgt. Bei Termingeschäften beträgt diese Dauer mindestens drei Tage, oftmals jedoch viel länger.

Gehandelt werden in der Regel Aktien und Anleihen, sowie Waren und Indizes. Der Preis wird von den beiden Parteien, also Käufer und Verkäufer vereinbart, und dieser ändert sich bis zum Ende der Laufzeit nicht. Damit entstehen für beide Parteien sowohl Chancen, aber auch Risiken. Die Hebelwirkung, die auch beim Handel mit Optionsscheinen eine Rolle spielt, verstärkt diese Chancen und Risiken.

Wie funktioniert ein solches Termingeschäft?

Folgendes Beispiel soll dazu dienen, dass die Funktionsweise des Termingeschäfts besser verständlich wird. Nehmen wir an ein Termingeschäft beinhaltet zehn Aktien. Diese kosten in dem Moment der Betrachtung jeweils 10,00 Euro. Man hat also einen Wert von 100,00 Euro. Des Weiteren nehmen wir an, dass der Vertrag genau einen Monat läuft. Am Laufzeitende muss der Käufer des Vertrages die zehn Aktien für 100,00 Euro kaufen. Entwickelt sich der Kurs in der Zwischenzeit nach unten, so muss der Verlust vom Käufer verkraftet werden und der Verkäufer hat einen Vorteil erzielt.

Steigt der Kurs jedoch, so macht der Käufer einen Gewinn, weil er dennoch nur 100,00 Euro für die zehn Aktien bezahlen muss, der Verkäufer hingegen hätte die Aktien teurer verkaufen können und erwirtschaftet somit einen Verlust. Dieses kurze Beispiel stellt die generelle Funktionsweise der Termingeschäfte dar.

Preis:

Das oben genannte Beispiel ist nur ein vereinfachtes, da der Preis meist über dem aktuellen Börsenwert liegt. Dies ist der Fall, weil der Verkäufer in der Regel Refinanzierungskosten und auch Lagerkosten auf den Preis aufschlägt. Lagerkosten entstehen vor allem dann, wenn es um Waren, wie etwa Rohstoffe oder dergleichen geht.

Hebel:

Außerdem ist die vielfache Verbindung eines Termingeschäfts mit einem Hebel zu beachten. Der Käufer zahlt nämlich nicht den eigentlichen Wert des Handelsobjektes, sondern durch den Hebel nur einen Bruchteil davon. Der Hebel gibt ein Verhältnis an. Ist das Verhältnis etwa 1:5, so zahlt man als Käufer nur ein Fünftel des eigentlichen Wertes. Geht man vom vorherigen Beispiel aus, so müsste der Käufer in dem Fall nur 20,00 Euro bezahlen.

Entwickeln sich die Aktien aber um beispielsweise 10% positiv für den Käufer, so erzielt er einen Gesamtwert von 110,00 Euro, was wiederum einen Gewinn von 10,00 Euro bedeuten würde. Das genaue Gegenteil ist aber auch in die andere Richtung der Fall. Fällt der Kurs nämlich um 10%, so ergibt sich daher eine Kapitalminderung von 50%. Oft kommt es bei Termingeschäft, egal ob mit oder ohne Hebelwirkung nicht zu einer physischen Lieferung der Objekte, sondern es kommt lediglich zu einem Barausgleich zwischen Käufer und Verkäufer.

Arten von Termingeschäften

Es gibt unterschiedliche Arten von Termingeschäften. Diese werden im Anschluss aufgelistet und näher erläutert.

Future:

Dies ist ein unbedingtes Termingeschäft. Es wird auch oft von Terminkontrakten im Zusammenhang mit Futures gesprochen. Diese werden an der Börse gehandelt. Werden Terminkontrakte außerhalb der Börse gehandelt, so werden diese nicht als Future, sondern als Forward bezeichnet. Charakteristisch für Futures ist, dass der Basiswert vorab genau bestimmt wird. Ebenso werden vorab die Größe des Vertrages bzw. die Menge bestimmt. Der Erfüllungszeitpunkt in der Zukunft ist auch fix festgelegt und die Art der Erfüllung, also etwa die Lieferung oder der Barausgleich werden auch vor Abschluss des Geschäftes zwischen den Parteien verhandelt und festgelegt.

Optionsgeschäft:

Innerhalb dieser Termingeschäftsart, bei der die Ausübung erfolgen kann, aber nicht muss, unterscheidet man weitere vier Unterarten.

Europäische Option:

Charakteristisch für diese Optionen ist, dass man diese nur an einem fixen, vorab bestimmten Zeitpunkt ausüben kann. Diese Optionen werden in der Praxis auch oft als Plain Vanilla Optionen bezeichnet. Diese können sowohl in der Form einer Call-, als auch Put-Option auftreten.

Amerikanische Option:

Diese Optionen können im Gegensatz zu den europäischen Optionen während der gesamten Laufzeit ge- oder verkauft, also ausgeübt, werden. In der Praxis werden diese Optionen auch oft als American Style bezeichnet. Der Name „Amerikanisch“ deutet aber keineswegs darauf hin, dass diese Optionsscheine nur in Amerika gehandelt werden.

Call-Option:

Diese Optionen geben dem Käufer das Recht, den Basiswert bis zum Verfallsdatum einer Option eines vorab bestimmten Preises zu erwerben. Hierfür wird vom Anleger eine sogenannte Optionsprämie bezahlt. Der Verkäufer einer solchen Option hat jedoch durch den Erhalt dieser Prämie die Pflicht, die Option zum Basispreis bei Ausübung auch tatsächlich zu liefern.

Put-Option:

Hier liegt grundsätzlich das genaue Gegenteil einer Call-Option vor. Man erhält das Recht, den Basiswert bis zum Ablauf einer Option zu einem vorab festgelegten Preis zu verkaufen. Der Käufer kann also somit vom Verkäufer dazu gezwungen werden, den Basispreis zum Ausübungspreis abzunehmen.

Zusammenfassend kann man festhalten, dass die Konditionen bei einem Termingeschäft immer fix sind und dass sich Käufer und Verkäufer gemeinsam auf eine Transaktion einigen, die mindestens drei Tage, oft aber viel später, erfolgt.