Unter Devisen kann man alle Guthaben und Verbindlichkeiten in fremder Währung verstehen, die nicht Bargeld betreffen (bei Bargeld würde man von Valuten reden). Redet man vom Devisenmarkt, so meint man schlicht und einfach den Austausch von einer Währung zu einer anderen. Man spekuliert anschließend mit einer Kursänderung zu eigenen Gunsten, um dann nach Zurücktauschen der Währung einen Gewinn zu machen.

Devisen handeln

Devisen handeln kann praktisch jeder. Wer schon einmal in den Urlaub ins Ausland mit einer anderen Währung gefahren bzw. geflogen ist und davor Geld gewechselt hat, hat einen Devisenhandel durchgeführt. Selbst der simple Tausch von Euro gegen Dollar ist ein Devisentausch. Steigt der Euro gegenüber dem Dollar, so kann man im Urlaub günstiger einkaufen und der Urlaub wird auch billiger, fällt der Euro im Gegenzug dem Dollar gegenüber wird das Einkaufen und Urlaub machen teurer.

Wie funktioniert der Devisenmarkt?

Der Devisenhandel funktioniert wie folgt: Zwei Währungen haben ein Wertverhältnis zueinander (siehe Beispiel Euro – Dollar). Eine der beiden Währungen ist eine sogenannte Bezugswährung. In unserem Beispiel wäre das der Euro. Dieser hat einen Wert von 1. Die andere Währung wird dementsprechend ins Verhältnis gesetzt. Auf Grund dieses Verhältnisses zueinander, spricht man in der Praxis, genau wie in der Theorie auch, nur von Währungspaaren. Man vergleicht den Euro mit dem Dollar, den Dollar mit dem Yen, usw. Auch dieser Markt wird von Angebot und Nachfrage, wie viele anderen Finanzmärkte auch, bestimmt. Wird beispielsweise mehr in Dollar bezahlt bzw gehandelt, so steigt folglich auch dessen Wert gegenüber dem Währungspaar.

Es kann auch vorkommen, dass das Angebot die Nachfrage übersteigt. Das hat zur Folge, dass der relative Wert gegenüber der anderen Währung abfällt. Eine in dem Zusammenhang wichtige Kennziffer der Wirtschaft ist der Leitzins des betreffenden Landes. Grundsätzlich kann man beobachten, dass je höher der Leitzins eines Landes ist, desto mehr Kapital fließt in die Währung und folglich erhöht sich auch deren Wert. So kann eine Leitzinsänderung nicht nur auf dem Währungs-, sondern auch auf dem Aktien- und vielen anderen Märkten gravierende Änderungen mit sich bringen.

Mit Devisen handeln kann grundsätzlich jeder. Man muss sich hierfür bei einem sogenannten Forex-Broker online registrieren und kann daraufhin in die Welt des Devisenhandels eintauchen. Ein grundlegendes Charakteristikum des Devisenmarktes ist die Fairness gegenüber allen Marktteilnehmern. All diese haben zur gleichen Zeit die den Markt betreffenden Daten zur Verfügung. Man kann somit keinen Vorsprung auf Grund von Informationen haben und keine Insidergeschäfte durchführen. Die Vorteile als privater Trader von Devisengeschäften sind herausragend: Das Risiko lässt sich einerseits gut steuern, andererseits sind Marktmanipulationen bei einem solch großen Volumen nicht möglich. Außerdem laufen Devisen oft langfristig und können über einen langen Zeitraum Gewinne erzeugen.

Gewinne: Warum ist der Devisenhandel lukrativ?

Für Einsteiger ist es oft unverständlich, wie man mit einer Änderung des Kurses um einen oder wenige Cents viel Geld verdienen kann. Daher ist es im Devisenhandel der Fall, dass die vierte oder fünfte Nachkommastelle des Kurses und eine Änderung dessen schon große Gewinne bringen kann. Als Beispiel: Im Euro-Dollar Kurs bewirkt eine Kursänderung von nur 0,0001 einen Verlust oder Gewinn von 8,50 Euro bei einer bestimmten Positionsgröße. Dies geht nur auf Grund der riesengroßen Hebelwirkung des Devisenhandels. So kann man mit einer geringen Einlage bereits Devisen im Wert von 100.000 Euro bewegen. Mit nur wenig Einsatz kann man, wenn man „auf das richtige Pferd setzt“, leicht Hunderte und Tausende Euro verdienen.

Der Devisenhandel ist im Vergleich nicht riskanter als der Aktienhandel und ist auf Grund der sauberen Abwicklung oft sehr einfach durchzuführen. Durch die große, bereits angesprochene Hebelwirkung, kann der Marktteilnehmer größere Risiken eingehen, muss dies aber nicht. Es ist aber auch klar, dass man, um Verluste zu vermeiden, den Handel mit Devisen wie einen Beruf oder ein anderes Geschäft, von Anfang an üben muss. Die meisten Online Broker bieten hierfür ein Demokonto an, damit man sich einmal mit der Materie vertraut machen kann und nicht von Beginn an echtes Geld „verbrennt“. Dies kann der Fall sein, gerade, wenn man erst mit dem Handel von Devisen begonnen hat.

Auf jedem Markt sind die Grundlagen des Tradens gleich und somit kann man auch diese auch als Neuling am Devisenmarkt erlernen. Ferner bieten viele Broker zahlreiche Videos, eBooks, Seminare, etc. an, um dem Einsteiger die Materie besser verständlich zu machen. Ein Vorteil ist es, dass man, wenn man die Grundlagen des Devisenmarktes beherrscht und sich auch mit der technischen Analyse beschäftigt hat, im Langzeitverlauf ein viel besserer Investor wird, als wenn man von Anfang an einfach nur herumprobiert. Man sollte jedoch nicht annehmen, dass man von einem Tag auf den anderen ein perfekter Trader wird. In diesem Bereich ist es, wie in vielen anderen Lebenslagen auch: Übung macht den Meister und noch kein Meister ist vom Himmel gefallen.